Ärzte Zeitung, 19.11.2007

Schmerztherapie nach Op bald per Iontophorese

DÜSSELDORF (hub). Bei starken post-operativen Schmerzen haben sich Opioid-Pumpen bewährt. In Kürze gibt es als Alternative zur Schmerzmittel-Pumpe ein steuerbares Arzneimittel.

Bei starken Schmerzen ist die Patienten-kontrollierte Analgesie (PCA) mit programmierbarer Pumpe Standard. Vorteil: Die Patienten erhalten Schmerzmittel wenn sie sie benötigen. "Auch der Analgetikaverbrauch sinkt, wenn die Patienten selbst die Kontrolle über ihre Schmerzen haben", sagte Professor Leopold Eberhart vom Uniklinikum Marburg bei der Medica.

Doch die Pumpensysteme müssen umständlich eingerichtet werden. Eine Alternative ist ein Arzneimittel, mit dem der Patient per Knopfdruck das Opioid Fentanyl freisetzen kann. Der Wirkstoff gelangt per Iontophorese über die Haut ins Blut. "Nach Minuten sind wirksame Plasmaspiegel erreicht", so Eberhart bei einer Veranstaltung von Janssen-Cilag. Dazu wird einfach von der Kammer der Schutzstreifen abgezogen und diese auf die Haut geklebt.

Per Knopfdruck kann der Patient bis zu sechsmal pro Stunde 40 μg Fentanyl freisetzen. Laut einer Analyse am Uniklinikum Marburg könnten mit der neuen Galenik - bei gleichen Gesamtkosten - im Vergleich zur PCA etwa 70 Prozent Zeit gespart werden: pro 1,5 Behandlungstage eine dreiviertel Stunde. Das Präparat wird Anfang 2008 in Deutschland eingeführt.

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