Ärzte Zeitung, 17.12.2007

Noradrenalin wirkt über Amygdala schmerzlindernd

ST. LUCIA (wsa). Die Erfahrung zeigt, dass starker Stress zuvor empfundene Schmerzen betäuben kann. Worauf diese Form der selbstständigen Schmerzdämpfung beruht, haben australische Forscher jetzt herausgefunden. Vermittelt wird sie durch Noradrenalin.

Bei Stress steigt außer Adrenalin auch der Noradrenalin-Spiegel. Der Neurotransmitter blockiert bestimmte Nervenbahnen im Gehirn, so dass Schmerzsignale nicht mehr an die zentrale Verarbeitungsstelle gelangen (Neuron 56, 2007, 880).

An Ratten entdeckten die Forscher um Dr. Pankaj Sah in St. Lucia, wie Noradrenalin schmerzlindernd wirkt. Die Schmerzsignale gelangen über das Rückenmark oder den Trigeminusnerv in den Hirnstamm und von dort in den Mandelkern im limbischen System.

Diese Hirnregion verarbeitet auch Stress-Signale und verknüpft Sinneseindrücke mit Emotionen. Die Forscher stellten fest, dass Noradrenalin die Signalübertragung an den Synapsen im Mandelkern blockiert. Dabei lagert es sich an spezielle Rezeptoren der Hirnstamm-nerven an und löst damit Reaktionen aus, die die Freisetzung von Signale übertragenden Botenstoffen in den Synapsen hemmen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Körperlich aktive Kinder werden seltener depressiv

Bewegen sich Kinder viel, entwickeln sie in den kommenden Jahren seltener depressive Symptome. Viel körperliche Aktivität könnte daher präventiv wirken. mehr »

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Star Trek und die Ethik der Medizin

Ärztliche Fortbildung sind immer dröge Veranstaltungen? Eine Veranstaltung in Frankfurt ist der medizinethischen Wertewelt von Raumschiff Enterprise auf den Grund gegangen - und zeigt, was Ärzte aus der Serie lernen können. mehr »