Ärzte Zeitung online, 28.09.2009

BBC fragt britischen Premierminister Brown nach Medikamentenmissbrauch

LONDON (dpa). Der britische Sender BBC hat Premierminister Gordon Brown auf Gerüchte über einen Tablettenmissbrauch angesprochen und damit Entrüstung bei Parteifreunden des Regierungschefs ausgelöst. Es sei "absolut lächerlich" anzudeuten, dass der Premier Probleme mit Tabletten habe, sagte Wirtschaftsminister Peter Mandelson am Montag.

Während des Live-Interviews sagte BBC-Topjournalist Andrew Marr, es gebe etwas im Regierungsviertel, "worüber jeder spricht". Dann fragte er den verblüfften Brown: "Viele Menschen in diesem Land nutzen verschreibungspflichtige Schmerzmittel und Tabletten, die ihnen helfen, durch den Tag zu kommen. Gehören Sie auch dazu?" Brown verneinte. Als Marr nachhaken wollte, sagte der Regierungschef: "Ich habe diese Frage schon beantwortet." Bereits vor zwei Wochen hatte ein Regierungssprecher entsprechende Behauptungen dementiert, als sie im Internet erschienen waren.

Wirtschaftsminister Mandelson kritisierte, die BBC schenke "absolut unbegründeten" Gerüchten aus dem Internet Glauben. Aus Sicht des Ministers werden diese Gerüchte von Vertretern des rechten politischen Spektrums gestreut. Auch andere Abgeordnete zeigten sich am Rande des Labour-Parteitags in Brighton entsetzt. Die ehemalige Staatssekretärin Caroline Flint nannte die Interview-Frage "verabscheuungswürdig".

Brown widersprach in dem Interview zudem Gerüchten, er könnte den angeblichen Verlust seiner Sehkraft als Entschuldigung für einen Rückzug aus dem Regierungsamt nehmen. Brown hatte im Alter von 16 Jahren bei einem Rugby-Unfall die Sehkraft auf seinem linken Auge komplett verloren. Auch bei seinem anderen Augen kam es zu einer Ablösung der Netzhaut, eine Operation rettete ihm aber das Augenlicht. Erst vor ein paar Tagen habe die jährliche Kontrolluntersuchung ergeben, dass sich seine Sehkraft nicht verschlechtert habe, sagte Brown.

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