Ärzte Zeitung, 16.12.2009

Hohe Auszeichnung für Nachwuchsforscher im Bereich Schmerz

Fünf Nachwuchs-Schmerzforscher erhalten die EFIC-GrünenthalForschungsstipendien 2009. Der Preis ist mit je 20 000 Euro dotiert.

zur Großdarstellung klicken

Das sind die fünf Forscher: Privatdozent Gunnar-Lutz Wasner, Dr. Elspeth Hutton, Dr. Rebeccah Slater, Dr. Luana Colloca, Dr. Tine Vervoort.

Foto: Dr. Klaus Schmidt

AACHEN (kas). Zum sechsten Mal sind Nachwuchs-Schmerzforscher in Europa für vielversprechende Forschungsprojekte mit den EFIC-Grünenthal-Forschungsstipendien ausgezeichnet worden. Die EFIC (European Federation of Chapters of the International Association for the Study of Pain) und Grünenthal als Sponsor möchten mit diesen Stipendien Nachwuchsforschern erleichtern, sich bereits frühzeitig in ihrer akademischen Laufbahn in der Forschung zu engagieren oder eigene Abteilungen aufzubauen, wie der Vorsitzende des EFIC-Forschungskomittees, Professor Martin Koltzenburg aus London, bei der Preisverleihung in Aachen sagte.

Die fünf nun mit jeweils 20 000 Euro geförderten Projekte wurden von der EFIC aus insgesamt 30 Bewerbungen aus zwölf Ländern ausgewählt. Die Preisträger:

  • Privatdozent Gunnar-Lutz Wasner von der Neurologischen Universitätsklinik Kiel untersucht, ob Läsionen bestimmter afferenter nozizeptiver Nervenfasern die Entstehung neuropathischer Schmerzen beeinflussen. Diese treten zum Beispiel bei jedem zehnten Patienten nach Schlaganfall auf.
  • Dr. Elspeth Hutton vom Centre for Neuromuscular Diseases in London analysiert neuroimmunologische Wechselwirkungen zwischen Nervenzellen und umgebender Haut sowie ihre mögliche Rolle in der Pathogenese chronischer neuropathischer Schmerzen.
  • Dr. Rebeccah Slater vom University College London versucht, Schmerzen im Gehirn von Säuglingen zu messen und dabei auch herauszufinden, wie das kindliche Gehirn durch schmerzhafte Reize stimuliert wird.
  • Dr. Tine Vervoort von der Fakultät für Psychologie und Erziehungswissenschaften der Universität Gent in Belgien beschäftigt sich mit der Frage, wie Eltern die Schmerzen bei ihren Kindern wahrnehmen und deuten und wie dies ihr Verhalten den Kindern gegenüber beeinflusst.
  • Dr. Luana Colloca von der Medizinischen Fakultät der Universität Turin in Italien untersucht, welche Funktion das Hormon Oxytocin in der biochemischen Vermittlung bei analgetischen Placeboeffekten hat.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Metastasen

Immer mehr Männer mit Prostatakrebs in den USA haben schon bei der Diagnose Metastasen. Ihr Anteil hat sich fast verdoppelt. Auch die Inzidenz solcher Tumoren nimmt zu. mehr »

Deutsches Defizit

Diabetes-Prävention, Strategien gegen Polypharmazie, digitale Versorgungsangebote: Neue Initiativen gibt es zuhauf. Doch Patienten müssen davon wissen. Genauo daran hapert es aber. mehr »

"Einfache Ersttherapie ist für fast alle Patienten möglich"

Die antiretrovirale Therapie ist bei neu diagnostizierter HIV-Infektion stets angezeigt, und zwar unabhängig vom Stadium der Infektion oder der Helferzellzahl. mehr »