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Ärzte Zeitung online, 08.10.2010

Placebo lindert Schmerzen - das ist wissenschaftlich bewiesen!

MANNHEIM (dpa). Der Placebo-Effekt wirkt, haben Hamburger Forscher mit neuen Untersuchungen bestätigt. Wenn ein Mensch glaubt, dass der Schmerz nachlässt, reagieren die Nervenzellen des Rückenmarks demnach weniger aktiv - auch wenn der Reiz so stark ist wie zuvor.

Das zeigten Forscher um Dipl.-Psych. Falk Eippert vom Zentrum für Experimentelle Forschung am Uniklinikum Hamburg. Beim Deutschen Schmerzkongress in Mannheim wurden sie dafür mit einem Förderpreis für Schmerzforschung geehrt.

Die Forscher um Eippert beobachteten mit Hilfe der Kernspintomografie (MRT) das Rückenmark von Probanden, während diese an einem Placebo-Versuch teilnahmen. Das Rückenmark spielt bei der Schmerzleitung als "direkter Draht" ins Gehirn eine wichtige Rolle. Laut Mitteilung der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes (DGSS) zeigten die Bilder, dass die Nervenzellen des Rückenmarks bei einem gleich starken Hitzeschmerz weniger aktiv reagierten, wenn der Proband eine Schmerzlinderung erwartete. "Wir konnten damit zum ersten Mal direkt zeigen, dass Schmerzantworten des Rückenmarks sich durch den Placebo-Effekt abschwächen lassen", erklärt Eippert in der Mitteilung.

Ebenfalls einen Preis erhielt die Mannheimer Forscherin Dr. Johanna Hohmeister vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit Mannheim und der Universität Gießen. Sie zeigte, dass schmerzhafte Vorgänge bei Frühgeborenen die Empfindlichkeit bis ins Jugendalter steigern können. Ihr Fazit: Es ist wichtig, Schmerzen bei Frühgeborenen sorgfältig zu behandeln.

Bei dem bis Samstag dauernden Kongress der Gesellschaft werden auch neue Forschungsergebnisse vorgestellt - etwa zur Migräne. So haben Forscher entdeckt, dass Schokolade oder ein Streit mit dem Partner entgegen bisheriger Annahmen keine Verursacher von Kopfschmerzen sind. Die Lust auf Schokolade sei vielmehr ein Signal für den bevorstehenden Migräneanfall, weil das Hirn Energie für die kommende Attacke benötige, berichteten Professor Peter Kropp aus Rostock und Professor Andreas Straube aus München. Und da der Patient vor einer Migräneattacke häufig gereizt ist, wird vermutet, dass er die Worte des Partners zu sehr "auf die Goldwaage" legt - und Streitereien so herbeiführt.

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