Ärzte Zeitung online, 06.08.2011

Kinder lernen Umgang mit chronischen Schmerzen

GIEßEN (eb). Auch Kinder können lernen, mit chronischen Schmerzen zurecht zu kommen. Die Verhaltenstherapeutische Ambulanz der Uni Gießen bietet hierzu ein neues Gruppentrainingsprogramm.

"Wenn die Kopfschmerzen kommen, bin ich zu nichts mehr zu gebrauchen. Ich werde dann ganz traurig und habe oft Angst, dass die Schmerzen immer schlimmer werden und ich nichts dagegen tun kann." So zitiert die Uni Gießen den 11-jährigen Sven, der im Alltag immer wieder von Kopfschmerzen geplagt wird.

Betroffene und ihre Eltern werden geschult

Am Forschungs- und Behandlungsschwerpunkt für chronische Schmerzen im Kindes- und Jugendalter der Verhaltenstherapeutischen Ambulanz der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) besteht ab sofort für Betroffene und ihre Familien die Möglichkeit zur ausführlichen Schmerzdiagnostik und Beratung.

Ergänzt wird das Angebot um ein Gruppentrainingsprogramm, das Kinder und Jugendliche und ihre Eltern spielend fit im Umgang mit der Schmerzerkrankung macht, teilt die Uni mit.

Am häufigsten leiden Kinder unter Kopf- oder Bauchschmerzen. Meist findet der Arzt keine genaue Ursache. Die Schmerzen treten immer wieder auf. Es kommt zu Fehlzeiten in der Schule oder im Kindergarten.

Vielfach wollen die Eltern ihren Kindern in solchen Fällen mit Schmerzmedikamenten helfen, die aber häufig nicht wirklich zu einer Besserung führen, erinnert die Uni in ihrer Mitteilung.

Schmerzen oft auch als Erwachsene

Die Schmerzen werden chronisch und belasten langfristig das betroffene Kind und die Familie sehr. Die Kinder und Jugendlichen fühlen sich in ihren Aktivitäten eingeschränkt.

Die Stimmung leidet. Kinder, die dauerhaft Schmerzen haben, haben auch im Erwachsenenalter ein erhöhtes Risiko für chronische Schmerzen.

Verhaltenstherapeutischen Ambulanz der Uni Gießen; Dipl.-Psych. Ria Matwich, Dipl.-Psych. Silke Leifheit, Südanlage 30, 35390 Gießen, Telefon: 0641 2093302, E-Mail: ria.matwich@psychol.uni-giessen.de

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