Ärzte Zeitung online, 06.10.2011

Experte: Schmerzpatienten müssen auch selbst Verantwortung übernehmen

MANNHEIM (dpa). Schmerzpatienten müssen nach Ansicht eines Psychologen auch selbst Verantwortung für sich übernehmen. "Man muss wissen, inwieweit man mit seinem eigenen Verhalten Schmerzen vermeiden kann", sagte Professor Michael Pfingsten aus Göttingen, Kongresspräsident des Deutschen Schmerzkongresses in Mannheim.

"Die Menschen sollten akzeptieren, dass bei Schmerzen auch ihr Verhalten und Denken eine Rolle spielen, ohne dass sie sich gleich als verrückt betrachten müssen."

Als Beispiel nannte er Rückenschmerzen: "Eine vernünftige körperliche Aktivität" sei die Basis, damit diese gar nicht erst entstünden. Patienten mit häufigen Kopfschmerzen dagegen hätten oft stärker als andere ein Defizit in sozialer Kompetenz und dem Umgang mit anderen Menschen in Konfliktsituationen. "Da sticht insbesondere die mangelnde Fähigkeit, auch mal "Nein" zu sagen, hervor." Dadurch komme es häufiger zu einer Überlastung, in deren Folge die Schmerzen chronisch würden.

Psychologische Faktoren wurden nach Ansicht von Pfingsten in den vergangenen Jahren nicht ausreichend berücksichtigt, sollten aber Bestandteil jeder Therapie sein.

Der Deutsche Schmerzkongress steht in diesem Jahr unter dem Motto "Alles multimodal? Chance und Grenzen". Es geht vor allem um die Zusammenarbeit von Ärzten, Psychologen, Physiotherapeuten und Pflegern.

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