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Ärzte Zeitung, 18.07.2007

Sommerakademie 2007

Coxibe oder traditionelle NSAR - für die Gefäße ist das kein Unterschied

Kardiovaskuläre Ereignisrate niedrig / Mit Coxiben weniger gastrointestinale Ereignisse

Das kardiovaskuläre Risiko von traditionellen NSAR (tNSAR) und Coxiben ist ähnlich. Das haben Studien belegt, und das sieht auch die europäische Arzneimittelbehörde so.

Röntgenbefund eines Patienten mit ausgeprägter Gonarthrose. Foto: K. Krüger, Merckle Rheumat. visuell, 3. Aufl.

Zwei neue Studien bestätigen die kardiovaskuläre Sicherheit von Coxiben:

  • In der einen Studie (MEDAL) erhielten 34 701 Patienten im Mittel 18 Monate lang Etoricoxib in einer Dosis von 60 oder 90 mg / Tag oder Diclofenac (150 mg/Tag). Das Ergebnis: Mit Etoricoxib gab es 320 thrombotische kardiovaskuläre Ereignisse, mit Diclofenac 323. Das entspricht einer Ereignisrate von 1,24 (Etoricoxib) und 1,3 (Diclofenac) pro 100 Patientenjahren (Lancet 368, 2006, 1771).
  • Die Sicherheit von Lumiracoxib belegt eine Studie mit 18 325 Arthrose-Patienten (TARGET), die 1 x 400 mg Lumiracoxib, 2 x 500 mg Naproxen oder 3 x 800 mg Ibuprofen bekamen (Ann Rheum Dis 66, 2007, 764). Es gab keinen signifikanten Unterschied in der Rate tödlicher und nicht-tödlicher kardio- und zerebrovaskulärer Ereignisse (0,55 Prozent mit tNSAR; 0,65 mit Lumiracoxib).

Als Ursache des leicht erhöhten kardiovaskulären Risikos sowohl durch tNSAR als auch Coxibe nennt Professor Kay Brune, Pharmakologe an der Uni Erlangen, dass beide Substanzgruppen COX-2 hemmen. Dadurch werde zwar Prostaglandin E2 (vermittelt Schmerz) gehemmt, aber eben auch Prostazyklin (schützt die Gefäße). Die europäische Arzneimittelbehörde EMEA empfiehlt aufgrund der vorliegenden Studiendaten das Vorgehen "niedrigst nötige Dosis, nur so lange wie nötig" - und zwar sowohl für Coxibe als auch traditionelle NSAR.

Ein Vorteil für Coxibe wurde in den Studien allerdings deutlich: Patienten, die eine Therapie mit einem Coxib erhielten, hatten weniger gastrointestinale Ereignisse (etwa Blutung, Perforation, Ulkus) als Patienten mit tNSAR - auch wenn diese Protonenpumpen-Hemmer (PPI) einnahmen. Dass die Kombination von Coxib und PPI bei Patienten mit hohem Risiko für Magenulzera Vorteile hat, belegt eine aktuelle Studie mit Celecoxib (Lancet 369, 2007, 1621).

  • Je etwa 150 Patienten erhielten ein Jahr lang 2 x 200 mg des Coxibs plus 2 x 20 mg Esomeprazol oder Placebo. Innerhalb von 13 Monaten nach Therapiestart gab es in der Gruppe mit Coxib plus PPI keine, mit Placebo zwölf Ulkusblutungen, was einer Rate von 8,9 Prozent entspricht. (hub)

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