Ärzte Zeitung, 18.09.2008

Bei Fibromyalgie ist auch Psychotherapie angesagt

Interleukin-8 ist kein Marker für Schmerz

HEIDELBERG (hub). Eine Schmerztherapie inklusive Krankengymnastik und Psychotherapie hilft Fibromyalgie-Patienten. Schmerz- und Interleukin-8 (IL-8)-Entwicklung verlaufen aber nicht parallel.

Die beiden Entzündungsbotenstoffe Interleukin-6 (IL-6) und IL-8 sind bei schmerzhaften Erkrankungen bedeutsam. IL-6 begünstigt eine Hyperalgesie, und IL-8 soll Schmerzen fördern. Doch zumindest bei Patienten mit Fibromyalgie (FMS) sind Schmerz und IL-8-Wert nicht direkt miteinander verbunden: FMS-Patienten, die eine umfassende Schmerztherapie erhalten, die auch Krankengymnastik und Psychotherapie enthält, haben innerhalb von sechs Monaten eine deutliche Schmerzreduktion. Auch die IL-8-Werte nehmen ab.

Allerdings geht zuerst das subjektive Schmerzempfinden zurück, erst danach sinken die IL-8-Spiegel im Blut. Das ergab eine Studie mit 20 FMS-Patienten und 80 Kontrollpersonen, teilt das Uniklinikum Heidelberg mit. Das Uniklinikum stellt daher den Einsatz von IL-8-blockierenden Arzneien bei Fibromyalgie-Patienten infrage.

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