Ärzte Zeitung online, 23.12.2008

Kältetherapie erhöht Noradrenalinspiegel

NEU-ISENBURG (mar). Kältetherapie lindert Schmerzen - das könnte mit einer dann erhöhten Ausschüttung von Noradrenalin zu tun haben. Zu dieser Schlussfolgerung kommen finnische Wissenschaftler. Sie haben nachgewiesen, dass regelmäßiges Schwimmen in eiskaltem Wasser oder der Aufenthalt in einer Kryokammer die Ausschüttung von Noradrenalin fördert.

Kältebehandlungen werden wegen ihrer schmerzlindernden und entzündungshemmenden Effekte gerne genutzt, etwa bei rheumatischen Erkrankungen. Was auf humoraler Ebene dahinter steckt, versuchen Forscher von der Universität Oulu zu ergründen. Sie untersuchten in einer Studie mit 20 gesunden Frauen, welche Auswirkungen regelmäßige Kälteexposition auf die Plasmakonzentration von ACTH, Kortisol, Katecholaminen und Zytokinen hat (Scand J Clin Lab Invest 68, 2008, 145).

Zwölf Wochen lang ging die Hälfte der Frauen jeweils dreimal pro Woche für 20 Sekunden in eiskaltes Wasser (0 bis 2° C). Die übrigen Frauen setzten sich derweil jeweils zwei Minuten lang eisiger Kälte in einer Kryokammer (-110° C) aus. Blutproben wurden in den Wochen 1, 2, 4, 8 und 12 genommen, und zwar sowohl an Tagen ohne Kälteexposition als auch an Tagen mit Kälteexposition (jeweils vor sowie 5 und 35 Minuten nach Exposition).

Ergebnis: Über die gesamte Studiendauer kam es zu einem anhaltenden Kälte-induzierten Anstieg der Noradrenalinwerte um das Zwei- bis Dreifache des Ausgangswerts in beiden Gruppen. Die Plasmaspiegel für Kortisol und ACTH lagen ab der vierten Woche jeweils 35 min nach der Kälteexposition signifikant unter denen in der ersten Woche gemessenen. Für die übrigen Parameter (Adrenalin, Zytokine (IL-1β, IL-6, TNFα) ergaben sich keine Veränderungen.

Die Forscher vermuten aufgrund ihrer Ergebnisse, dass eine anhaltende Erhöhung des Noradrenalin-Plasmaspiegels bei der Schmerzlinderung eine Rolle spielen könnte.

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