Ärzte Zeitung, 18.10.2004

Frovatriptan mindert Wiederkehr-Kopfschmerz

Wiederholte Migräne-Attacken innerhalb eines Tages nur bei 15 bis 17 Prozent der Patienten / Neue Studiendaten

LONDON (grue). Wiederholte Migräne-Attacken innerhalb eines Tages - Recurrence genannt - sind besonders belastend für die Patienten. Recurrence kann durch die Therapie mit einem langwirksamen Triptan weitgehend vermieden werden. Das wurde erneut durch eine Anwendungsbeobachtung bei mehr als 7000 Patienten belegt.

Die Recurrence-Rate kann auch bei Verwendung eines zunächst gut wirksamen Triptans bis zu 40 Prozent betragen. Daran erinnerte Professor Gilles Géraud von der Universität Toulouse bei einem Migräne-Symposium in London. Wie der Experte auf der Veranstaltung der Menarini-Gruppe, zu der auch das einladende Unternehmen Berlin-Chemie gehört, gesagt hat, läßt sich das Risiko für erneute Migräne-Attacken deutlich reduzieren.

"Je länger das Triptan wirkt, desto geringer ist die Recurrence-Rate". Unter den verfügbaren Triptanen besitze Frovatriptan (in Deutschland Allegro®) mit einer Halbwertszeit von etwa 25 Stunden die längste Wirkdauer. "Wiederkehr-Kopfschmerzen treten damit nur bei 15 bis 17 Prozent der Patienten auf", sagte Géraud, "und es ist egal, wie schwer die Migräneattacke gewesen ist".

Die Ergebnisse einer Anwendungsbeobachtung bei 7100 Patienten aus deutschen Praxen belegen, daß die Rate an Wiederkehr-Kopfschmerzen bei längerfristiger Frovatriptan-Therapie sogar noch weiter sinkt. Insgesamt wurde bei fast 17 000 Migräne-Attacken das Triptan genommen. Nach der jeweils dritten Attacke war die Recurrence-Rate auf im Mittel acht Prozent gesunken. Über 90 Prozent der Studienteilnehmer bescheinigten Frovatriptan eine gute Wirksamkeit und Verträglichkeit. Drei von vier Patienten brauchten für die Akuttherapie nur eine Tablette Frovatriptan 2,5 mg.

Wegen seiner besonderen Pharmakokinetik bevorzuge er dieses Triptan bei Patienten mit langanhaltenden Kopfschmerzen und bekannter Recurrence, sagte Géraud. Das betreffe etwa Frauen mit perimenstrueller Migräne. Bei ihnen wirkt das Triptan offensichtlich auch vorbeugend, wie eine kürzlich in der Fachzeitschrift "Neurology" veröffentlichte Studie ergeben hat (wir berichteten).

Die mehr als 440 Frauen nahmen zwei Tage vor der Monatsblutung eine oder zwei Tabletten Frovatriptan 2,5 mg ein und setzen die Prophylaxe für weitere vier Tage fort. Je nach Dosis blieben damit 50 bis 60 Prozent der Frauen frei von Kopfschmerzen.

Topics
Schlagworte
Kopfschmerzen (462)
Krankheiten
Kopfschmerzen (1494)
Wirkstoffe
Frovatriptan (18)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Bundestag macht den Weg frei für Cannabis auf Rezept

13:12Ärzte können Hanf als verschreibungspflichtiges Medikament verordnen. Nach jahrelanger Debatte hat das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu geregelt. Krankenkassen müssen die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »