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Ärzte Zeitung, 02.12.2004

Kopfschmerz mit Rhinitis - das ist oft Migräne

Tränende Augen oder Nasenschleimhautschwellungen verleiten oft vorschnell zur Diagnose chronische Sinusitis

SPRINGFIELD (gwa). Rezidivierende Kopfschmerzen, Nasenschleimhautschwellung und druckschmerzhafte Nebenhöhlen - da liegt die Diagnose chronische Sinusitis - besonders in dieser Jahreszeit - doch auf der Hand, oder? Doch 80 Prozent der Betroffenen haben eine bislang nicht diagnostizierte Migräne!

Das haben Dr. Curtis P. Schneider vom Kopfschmerzzentrum in Springfield in Missouri und seine Kollegen in einer Multicenter-Studie herausgefunden. Etwa 450 Ärzte untersuchten knapp 3000 Patienten, bei denen bislang keine Migräne bekannt war, die aber in den sechs Monaten vor der Studie mindestens sechs Kopfschmerz-Attacken gehabt hatten.

Die bisherige Diagnose chronische Sinusitis hatten entweder die Betroffenen selbst oder Ärzte gestellt (Arch Intern Med 164, 2004, 1769). Aber nach den international geltenden Diagnose-Kriterien für Migräne hatten 80 Prozent der Patienten eine Migräne.

Zur Erinnerung: Migräne (ohne Aura) wird diagnostiziert, wenn Kopfschmerzen ohne Therapie bis 72 Stunden anhalten und bei mindestens fünf aufeinanderfolgenden Attacken zwei der vier Hauptsymptome einseitige Lokalisation, pulsierender Schmerz, mäßige bis schwere Intensität und Verstärkung durch Bewegung vorkommen. Außerdem muß mindestens eins der Begleitsymptome Übelkeit, Erbrechen sowie Photo- und Phonophobie hinzukommen.

Der Grund für die häufige Fehldiagnose Sinusitis: Nasenschleimhautschwellungen, Sinusdruckschmerz oder tränende Augen sind unspezifisch, werden aber für Sinusitis-typisch gehalten. 50 bis 80 Prozent der Migräne-Patienten haben solche Symptome.

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