Ärzte Zeitung, 26.01.2006

Spezialprogramm hilft Kindern mit Kopfschmerzen

Zehn Prozent der Kinder sind nach dem Kurs schmerzfrei

GÖTTINGEN (grue). Das Kursprogramm "Stopp den Kopfschmerz" hilft Kindern, die Zahl der Kopfschmerzepisoden deutlich zu verringern. In einer Untersuchung hat sich bei 70 Prozent von 234 Kindern, die in den vergangenen zweieinhalb Jahren einen Kurs absolvierten, die Zahl der im Kopfschmerztagebuch dokumentierten Schmerzepisoden verringert. Zehn Prozent der Kinder wurden mit Hilfe der Übungen schmerzfrei.

Mädchen mit Kopfschmerzen. Ein speziell für Kinder entwickelter mehrwöchiger Kurs kann bei der Schmerzbewältigung helfen. Foto: DAK

Das Programm wurde von Psychologen an den Universitäten Göttingen und Düsseldorf entwickelt und basiert auf kognitiv-verhaltenstherapeutischen Verfahren zur Schmerzbewältigung.

"Wir haben diese Strategien den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen mit häufigen Kopfschmerzen angepaßt", sagte Professor Birgit Kröner-Herwig aus Göttingen bei einer Veranstaltung der Techniker Krankenkasse (TK) in Göttingen. Die TK bietet betroffenen Kindern das mehrwöchige Trainingsprogramm zur Schmerzbewältigung an.

In acht Doppelstunden werden die Kinder unter Anleitung von niedergelassenen Ärzten oder Psychologen mit Zusatzqualifikation zu ihren eigenen Kopfschmerzexperten.

Beim Unterricht in Kleingruppen erfahren die Teilnehmer, wie Kopfschmerzen entstehen, wodurch sie ausgelöst werden können und was bei einer akuten Schmerzattacke zu tun ist. "Wir klammern dabei die medikamentöse Therapie nicht aus, wünschen uns aber schon, daß die Kinder langfristig mit weniger Medikamenten auskommen", so Kröner-Herwig.

In der Untersuchung mit den mehr als 230 Kindern wurden zehn Prozent der Kinder mit Hilfe des Kursprogramms schmerzfrei. Noch bis zu zwölf Monate nach Trainingsende fühlten sich die Kinder weniger müde und kaputt und meinten, sie seien nun "lockerer und besser gelaunt".

An den Kursen können Kinder im Alter von 8 bis 14 Jahren teilnehmen, die - ärztlich bescheinigt - mindestens zweimal pro Monat unter Spannungskopfschmerz oder Migräne leiden. Die Kosten werden von den Ersatzkassen übernommen. Weitere Auskünfte geben die Landesvertretungen der TK. Informationen im Internet: www.Stopp-den-Kopfschmerz.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »