Ärzte Zeitung, 14.06.2006

Fördert Migräne etwa die Lust auf Sex?

MOUNT ROYAL (ddp.vwd). Entgegen einer weitverbreiteten Meinung scheint Migräne die Lust auf Sex nicht zu mindern, sondern zu verstärken. Das jedenfalls haben US-Wissenschaftler in einer Studie mit 68 Probanden entdeckt ("Headache" 46, 2006, 983).

Danach ist das sexuelle Verlangen bei Migränepatienten stärker ausgeprägt ist als bei Menschen mit anderen Kopfschmerzarten.Ursache ist wohl der Einfluß des Botenstoffs Serotonin, dem sowohl bei der Steuerung der Libido als auch bei der Entstehung von Migräne eine Schlüsselrolle zugeschrieben wird.

Ein erhöhter Serotoninspiegel, wie er etwa nach einer Therapie mit Antidepressiva entsteht, wird mit vermindertem sexuellem Verlangen in Verbindung gebracht. Migränepatienten haben häufig niedrige Serotoninspiegel. Demnach müßte die Lust auf Sex bei Migränepatienten stärker ausgeprägt sein, so die Annahme der Forscher zu Beginn der Studie.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Antibiotika gegen Rückenschmerzen

Verursachen Bakterien heftige Bandscheiben-Beschwerden? Für Forschungen zur Behandlung von Rückenschmerzen mit Antibiotika wurde jetzt der Deutschen Schmerzpreis verliehen. mehr »

Ethikrat sucht nach dem goldenen Mittelweg

Wann ist eine medizinische Zwangsbehandlung fürsorglicher Schutz, wann ein unangemessener Eingriff? Diesen Fragen widmet sich aktuell der Deutsche Ethikrat. mehr »

Ein Wettbewerbsverbot ohne Entschädigung ist ungültig

Wettbewerbsverbot ohne Karenzentschädigung? Das geht nicht, urteilt das Bundesarbeitsgericht. Ist das im Arbeitsvertrag dennoch so vorgesehen, können Arbeitnehmer nachträglich aber kein Geld einklagen. mehr »