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Ärzte Zeitung, 26.09.2006

Hirnstimulation nimmt den quälenden Schmerz

Neue Therapie für Patienten mit Cluster-Kopfschmerz

MANNHEIM (skh). Für Patienten mit Cluster-Kopfschmerz wird jetzt in Deutschland eine neue Therapie angeboten. Ähnlich wie in der Behandlung von Parkinson-Patienten werden dabei Elektroden ins Gehirn implantiert. Durch Stimulation des hinteren Hypothalamus nehmen die Cluster-Schmerzen deutlich ab.

Elektroden im Hypothalamus bei Cluster-Kopfschmerz: Die Dauerstimulation lindert Schmerzattacken. Foto: Medtronic GmbH

Cluster-Kopfschmerz ist eine seltene, aber schwere Erkrankung. Sie wird wegen der nahezu unerträglichen Schmerzattacken auch "Suizidkopfschmerz" genannt. Weniger als ein Prozent der Bevölkerung ist davon betroffen. Die Patienten haben heftigste, einseitige Schmerzattacken am Kopf und im Gesicht.

Die Therapie durch Stimulation des hinteren Hypothalamus, über die jetzt auch beim Neurologenkongreß in Mannheim diskutiert worden ist, wird für Patienten empfohlen, die auf medikamentöse Therapien nicht oder nicht mehr ansprechen. Dazu gehören etwa Antiepileptika, Lithium, Verapamil, Indometacin oder Steroide.

"Das neue Verfahren wurde seit 1999 schon bei mehr als 20 Patienten in Italien angewendet. Seit Anfang dieses Jahres wurden auch in Deutschland vier Patienten behandelt", sagte Professor Guido Nikkhah vom Neurozentrum der Universität Freiburg zur "Ärzte Zeitung".

Zahl und Dauer der Schmerzattacken gingen bei der Mehrzahl der behandelten Patienten innerhalb von Tagen bis Wochen nach Einschalten des Stimulators deutlich zurück. Manche Patienten benötigten zwar weiterhin Medikamente, allerdings in wesentlich geringeren Dosen als vor dem Eingriff, so Nikkhah.

Vor den ersten Behandlungen hatten Forscher mit funktioneller Bildgebung durch Positronen-Emissions-Tomographie den Hypothalamus als einen Entstehungsort des Cluster-Kopfschmerzes identifiziert.

Zuständig für die Koordination der Patientenauswahl ist Privatdozent Arne May, Institut für Systemische Neurowissenschaften, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, E-Mail: a.may@uke.uni-hamburg.de, Tel.: 0 40 / 4 28 03 91 89

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