Ärzte Zeitung, 23.05.2012

Kopfschmerz-Meridiane nur Hokuspokus?

NEU-ISENBURG (EO). Bei der Migräne-Prophylaxe mittels Akupunktur spielen die viel beschriebenen "Migräne-Meridiane" der Traditionellen Chinesischen Medizin möglicherweise gar keine besondere Rolle, so eine aktuelle Studie (CME 2012/2: 30).

Im Hinblick auf den primären Endpunkt, die Zahl der Migränetage, machte es in einer deutsch-chinesischen Studie keinen nennenswerten Unterschied, ob man in "spezifische Shaoyang"- oder "Yangming"-Punkte stach, oder ob ganz andere Stellen genadelt wurden.

Vier Wochen nach Therapieende berichtete die Kontrollgruppe im Schnitt über 3,4 Migränetage, die der Shaoyang-Gruppe über 2,8, die Yangming-Gruppe über 2,9 Tage mit Kopfschmerz. Und eine vierte Gruppe, bei der "wenig spezifische" Akupunkturpunkte des Shaoyang-Meridians gewählt worden waren, hatte an 2,7 Tagen Schmerzen.

Signifikante Unterschiede zwischen echter und Scheinakupunktur fanden sich im sekundären Endpunkt, der auf Intensität und Frequenz der Kopfschmerzen abzielte.

Neun bis zwölf Wochen nach Therapieende zeigte sich auch im primären Endpunkt ein signifikanter Effekt: So berichteten die Patienten nach echter Akupunktur im Schnitt über etwas mehr als zwei Kopfschmerztage, die Patienten in der Kontrollgruppe hatten dagegen durchschnittlich an 3,3 Tagen Migräne.

Quelle: www.springermedizin.de

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Ärzte können künftig Medizinalhanf verordnen

Nach jahrelanger Debatte regelt das Parlament heute den Umgang mit Cannabis als Medizin völlig neu. Krankenkassen müssen künftig die Kosten im Regelfall erstatten. mehr »

Kein Schmerzensgeld für die künstliche Ernährung des Vaters

Das Münchener Landgericht hat die Klage gegen einen Hausarzt, der einen Patienten vermeintlich unnötig lange künstlich ernähren ließ, abgewiesen. Gleichwohl attestierte es einen Behandlungsfehler. mehr »

Droht Briten eine zweite Creutzfeldt-Jakob-Welle?

In Großbritannien ist ein Mann an einer ungewöhnlichen Creutzfeldt-Jakob-Erkrankung gestorben. Dies nährt Befürchtungen, wonach mehr als 20 Jahre nach der BSE-Krise eine zweite Erkrankungswelle ansteht. mehr »