Ärzte Zeitung, 11.02.2016

Migräne

Bei Photophobie besser Lichtexposition statt Lichtentzug?

WIEN. Migräne ist häufig mit einer Überempfindlichkeit gegenüber Lichtreizen verbunden. Ein Forscherteam der Medizinischen Universität Wien untersucht nun neue Therapieansätze zur Behandlung der Lichtempfindlichkeit, heißt es in einer Mitteilung der Uni.

Bei Photophobie wird Migränepatienten oft geraten, sich in dunke Räume zurückzuziehen. Inzwischen werde jedoch vermutet, dass die Vermeidung von Licht nachteilig sei, weil sie die Empfindlichkeit gegenüber Licht weiter erhöhen könnte, so Christian Wöber von der Wiener Uniklinik für Neurologie in der Mitteilung.

Vergleichbar sei dies mit Menschen, die unter Höhen- oder Platzangst leiden und angstauslösende Situationen vermeiden - damit aber das Problem nicht lösen.

Erste Untersuchungen zeigten, dass nicht das Vermeiden von Licht, sondern umgekehrt, die Desensibilisierung des Gehirns gegenüber Lichtreizen die bessere Strategie sein könnte. Dabei durchlaufen die Betroffenen einwöchige Trainings, in denen sich das Gehirn durch "Flackerlicht" an helles oder normales Licht gewöhnen soll, teilt die Uni mit.

"Das aktuelle Forschungsprojekt wird mit Hilfe der funktionellen Magnetresonanztomografie die ersten Hirnfunktionsdaten zur bestmöglichen Strategie liefern", so Roland Beisteiner, der auch an der Uniklinik für Neurologie arbeitet.

Dabei sollen Lichtexposition und Lichtentzug an Migränepatienten und an Personen ohne Migräne untersucht und die Hirnreaktionen gemessen werden. (eb)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Top-Meldungen

Vielversprechende Fortschritte in der Diagnostik

Morbus Alzheimer lässt sich immer zuverlässiger diagnostizieren und von anderen Krankheiten abgrenzen. Seit Kurzem gewährt die Tau-PET präzisere Einblicke in den Krankheitsverlauf – und verbessert damit die Diagnostik. mehr »

"Wir verstehen den Unmut der Ärzte"

Verärgerung bei Ärzten und KVen: Die Deutsche Telekom kündigt Praxen die Routerverträge - zum 21. Oktober! Doch wie bekommen Ärzte dann ihren sicheren Zugang zum KV-Safenet? mehr »

Die Selbstvermessung des eigenen Ichs

Der Markt an Gesundheits-Apps wächst und wächst - derzeit gibt es 379.000 Anwendungen fürs Smartphone oder Tablet. Die Selbstvermessung kennt keine Grenzen. Was sind die Folgen des Optimierungswahns? mehr »