Ärzte Zeitung, 10.05.2005

Je stärker der Rücken weh tut, umso höher ist TNF-alpha

Positive Korrelation bei chronischen Schmerzen

BADEN-BADEN (ner). Erstmals ist ein Zusammenhang zwischen erhöhten Zytokinspiegeln im Serum und Rückenschmerzen nachgewiesen worden. Bei chronischen Rückenschmerzen gebe es eine klare Korrelation zwischen Schmerzintensität und TNF-alpha-Spiegel, hieß es beim süddeutschen Orthopädenkongreß in Baden-Baden.

"Wir sind selber von den Ergebnissen überrascht", sagte Dr. Haili Wang von der Uniklinik Heidelberg. Man habe eher bei akuten Rückenschmerzen mit erhöhten TNF-alpha-Spiegeln gerechnet. Wang und ihre Mitarbeiter hatten bei 42 Patienten mit chronischen unteren Rückenschmerzen und bei 31 Patienten mit akuter Lumboischialgie zu Beginn der Behandlung und nach zehn Tagen verschiedene Entzündungsparameter bestimmt.

In der Gruppe mit chronischen Rückenschmerzen waren zu beiden Zeitpunkten die TNF-alpha- und die Interleukin-1ß-Spiegel signifikant erhöht. Bei den Patienten mit akuten Schmerzen war der Anteil der Studienteilnehmer mit erhöhten TNF-alpha-Spiegeln signifikant kleiner (13 Prozent versus 50 Prozent).

Nur bei den Patienten mit chronischen Schmerzen gab es eine klare Korrelation zwischen der im Therapieverlauf abnehmenden Schmerzintensität und dem sinkenden TNF-alpha-Spiegel. TNF-alpha könnte ein Indikator für einen Gewebeschaden sein, sagte Wang. Die Zytokinspiegel korrelierten aber nicht mit dem ebenfalls bestimmten CRP im Serum. Jetzt sollen die Befunde bei größeren Kollektiven überprüft werden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Therapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »