Ärzte Zeitung, 18.06.2007

TK eröffnet virtuellen Dialog Arzt-Patient

Info zu Rückenschmerzen

BERLIN (af). Ärzte dürfen informiertere Patienten erwarten. Dazu hat die Techniker Krankenkasse im Internet eine Seite freigeschaltet, die einen Dialog zwischen Arzt und einem Patienten mit Rückenschmerzen simuliert.

Der virtuelle Arzt-Patienten-Dialog ist eine Gemeinschaftsproduktion der Techniker Kasse mit der Universitätsklinik Freiburg und der Gaia AG. Das Programm solle für interessierte Patienten eine Schneise in die Informationsflut im Internet schlagen helfen, sagte TK-Vize Dr. Christoph Straub bei der Vorstellung in Berlin.

"Patienten möchten wissen, welche Therapien es gibt, wie wirksam sie sind, mit welchen Nebenwirkungen zu rechnen ist und was sie selbst durch ihre Lebensweise zur Genesung beitragen können", sagte Straub. Ob der Ansatz der Krankenkasse zu Einsparungen führt, stehe nicht fest, sagte Straub. In den nächsten acht Wochen ist die Seite für alle gesetzlich Versicherten zugänglich, danach nur noch für Mitglieder der TK.

Nach Angaben der Kasse vertrauen 72 Prozent aller Patienten am ehesten ärztlichen Diagnosen. Das Internet ziehen aber auch schon mehr als 50 Prozent zu Rate, bevor sie sich zur Praxis aufmachen. Ärzte der Uni Freiburg hätten bei dem ersten Dialog mitgewirkt, der Rückenschmerzen zum Thema hat, sagte Professor Martin Härtel aus Freiburg. Weitere Krankheitsbilder sollen folgen, als nächstes Depression.

Eine wissenschaftliche Evaluation begleitet den Versuch. "Ein informierter Patient, der sich als Partner des Arztes versteht, trägt die zum Teil komplexen und zeitintensiven Therapien eher mit", sagte Härtel, der in Freiburg die Sektion Klinische Epidemiologie und Versorgungsforschung leitet.

Zugang im Internet über www.tk-online.de/arzt-patient

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »