Schmerzen

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Ärzte Zeitung, 23.11.2007

Flupirtin mindert den Muskeltonus

Zusätzlicher Effekt zu Schmerztherapie belegt / Schwelle, bei der Druck als Schmerz empfunden wird, nimmt ab

BERLIN (hbr). Bei Patienten mit chronischen myogenen Rückenschmerzen vermindert Flupirtin retard den Muskeltonus. Die Schmerzen werden signifikant verringert.

Das ist das Ergebnis einer prospektiven Evaluation, die am regionalen Schmerz- und Palliativzentrum in Göppingen gemacht wurde. Privatdozent Dr. Michael Überall vom Institut für Qualitätssicherung in Schmerztherapie und Palliativmedizin stellte sie beim Schmerzkongress in Berlin vor.

In der Pilotstudie wurden 30 Patienten im Alter von 18 bis 75 Jahren behandelt, die seit drei bis zwölf Monaten unter chronischen Rückenschmerzen litten. Im Mittel betrug die Schmerzdauer neun Monate. Die durchschnittliche Schmerzintensität wurde auf der elfstufigen numerischen Rangskala bei sieben Punkten eingeordnet.

Schmerzen gingen schon in der ersten Woche zurück.

Die Teilnehmer erhielten zwei Wochen lang einmal täglich 400 mg retardiertes Flupirtin (als Trancolong®) oder Katadolon® S long erhältlich). Die Einnahme erfolgte zusätzlich zu einer bestehenden, nicht ausreichenden Schmerztherapie aus selektiven Cox-2-Hemmern, Amitriptylin, Tramadol oder Oxycodon mit/ohne ein Coxib. Verglichen wurden Schmerzintensität, Druckschmerzschwelle, Druckschmerztoleranz und Muskelspannung an vier individuellen Triggerpunkten der Patienten vor und nach Therapiebeginn.

Die Ergebnisse: Die hartnäckigen Schmerzen gingen schon in der ersten Therapiewoche auf 3,8 Punkte zurück und sanken nach zwei Wochen weiter auf drei Punkte, berichtete Überall bei einer Veranstaltung der Firmen AWD und Dr. Kade.

Dabei verminderte sich auch die Spannung der geprüften Muskeln. Diese normalisierende Wirkung auf den Muskeltonus wurde jetzt mit einem so genannten Tissue Compliance Meter erstmals objektiv gezeigt. Dabei wird ein Stempel von 1cm² Fläche mit 3 kg/cm² auf den muskulären Triggerpunkt gedrückt. Je verspannter ein Muskel ist, um so weniger lässt er sich eindrücken. Das gelang nach zwei Wochen Therapie um ein Fünftel besser. Gleichzeitig nahm die Schwelle, ab der ein Druck als schmerzhaft empfunden wurde, von 2,8 kg/cm² vor der Behandlung auf 4,1 kg/cm² nach zwei Wochen Therapie zu - ein Steigerung um 48 Prozent. Der höchste noch tolerierte Druck stieg um ein Viertel. Alle Verbesserungen waren signifikant.

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