Schmerzen

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Ärzte Zeitung online, 25.03.2011

Effiziente Schmerztherapie trägt dazu bei, Kosten zu senken

Bei Rückenschmerz-Patienten kann durch die Integrierte Versorgung der Therapieeffizienz gesteigert werden. Und bei Patienten, denen wegen ihrer Rückenschmerzen eine Operation nahegelegt wird, lohnt es, eine Zweitmeinung einzuholen: Nur bei 15 Prozent wurde die Op-Indikation bestätigt.

Effiziente Schmerztherapie trägt dazu bei, Kosten zu senken

Effektive Therapie macht Rückenschmerz-Patienten schneller wieder fit - auch für die Arbeit.

© Paul von Stroheim / imago

FRANKFURT AM MAIN (hae). Nach aktuellen Daten des "European Pain Survey" leiden mindestens 17 Prozent der Bevölkerung in Europa an chronischen Schmerzen. Etwa 30 Prozent davon bezeichnen ihre Schmerzen als unerträglich, knapp zwei Drittel sind mit ihrer Schmerztherapie sowohl in der Praxis als auch im stationären Bereich unzufrieden, und vier von fünf Patienten beklagen massive Verluste der Lebensqualität.

 "Die Qualität in der Schmerztherapie ist trotz aller Bemühungen nicht in der Realität angekommen", konstatierte daher Tagungspräsident Dr. Gerhard Müller-Schwefe aus Göppingen bei der Eröffnungs-Pressekonferenz des 22. Deutschen Schmerz- und Palliativtags in Frankfurt am Main.

 Die adäquate Versorgung bei chronischen Schmerzen erfordere weit mehr als nur die Verordnung von Medikamenten oder Physiotherapie und sei nur durch die Etablierung der Schmerzmedizin als eigenständiges Fachgebiet zu gewährleisten, so Müller-Schwefe, der auch Präsident der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie (DGS) ist.

Dass effektive Behandlung unter dem Strich sogar Geld spare, zeige das von der DGS initiierte Konzept der Integrierten Versorgung von Rückenschmerzpatienten, so der DGS-Vizepräsident Dr. Michael Überall aus Nürnberg.

Von den mehr als 3.700 Patienten, die bundesweit an 36 Zentren mit einem vier- bis maximal achtwöchigen Intensivprogramm von Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten behandelt wurden, waren nach vier Wochen etwa die Hälfte (49 Prozent) und nach acht Wochen 84 Prozent wieder arbeitsfähig.

Bei 85 Prozent der Patienten war Op überflüssig

Eine ebenso positive Bilanz zog Überall bei der bislang von etwa 300 Patienten genutzten Option der Zweitmeinung vor einer Rückenschmerz-bedingten Operation. Von 300 Patienten, die diese von der Techniker-Krankenkasse angebotene Option genutzt hatten, wurde nur bei 15 Prozent die ursprüngliche Op-Indikation bestätigt - 85 Prozent blieb also die unnötige Operation erspart.

Kosten von 240 Euro für die zweite Meinung stünden hierbei 2.750 Euro pro stationär aufgenommenem Rückenschmerz-Patienten gegenüber. Daher profitieren nach Angaben von Müller-Schwefe hiervon nicht nur die Patienten durch mehr Lebensqualität, sondern auch die Krankenkassen.

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