Schmerzen

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Die schmerzende Hüfte – Schauen Sie genau hin!

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 20.11.2015

ATLAS-Studie

Zwei Strategien lindern Pein im Nacken

Mit Alexander-Technik und Akupunktur lassen sich chronische Nackenschmerzen signifikant reduzieren. Das hat eine Studie gezeigt, in der konventionelle Schmerz- und physikalische Therapie als Vergleichsbehandlungen dienten.

YORK. Die Alexander-Technik soll es ermöglichen, eigene Fehlhaltungen zu erkennen und zu ändern und damit die Schmerzursache zu beheben.

Zusammen mit der Akupunktur, von der sich viele Schmerzpatienten ebenso viel erwarten, wurde die Alexander-Technik nun in der ATLAS(Alexander Technique Lessons or Acupuncture Sessions)-Studie bei Nackenschmerz-Patienten mit der herkömmlichen Behandlung mit Schmerzmedikation und physikalischer Therapie verglichen (Ann Intern Med. 2015; 163(9): 653).

Die Forscher um Hugh MacPherson von der University of York rekrutierten 517 Patienten, die seit mindestens drei Monaten, im Median jedoch bereits seit sechs Jahren Nackenschmerzen hatten.

Sie erhielten entweder ein Angebot für zwölf 50-minütige Akupunktursitzungen, für 20 30-minütige Schulungen in der Alexander-Technik oder eine konventionelle Behandlung. Alle Interventionen erstreckten sich über ein halbes Jahr.

Primärer Studienendpunkt war die Veränderung des Wertes im Northwick Park Neck Pain Questionnaire (NPQ), einem speziell für Nackenschmerz-Patienten entwickelten Erhebungsbogen, zwölf Monate nach Therapiebeginn. Dabei wird die erzielte Punktzahl in Prozente der maximal, also schlimmstenfalls erreichbaren 36 Punkte umgerechnet.

Eingangs der Studie lagen die Teilnehmer bei einem Wert von mindestens 28 Prozent, im Mittel betrug er rund 40 Prozent. Nach zwölf Monaten war der NPQ-Wert in der Akupunkturgruppe um 12,9 Prozentpunkte niedriger als zu Studienstart. Mit der Alexander-Technik gab es ein Minus von 12,2 Prozentpunkten.

Diese Werte entsprachen insgesamt einem relativen Rückgang um 32 und 31 Prozent. Als klinisch relevante Differenz galten bereits 25 Prozent. Dieser Wert wurde von den konventionell behandelten Patienten im Durchschnitt nicht erreicht, die Reduktion im NPQ lag hier absolut bei 9,2 Prozentpunkten und relativ bei 23 Prozent.

Sowohl die Akupunktur als auch die Alexander-Technik waren damit der herkömmlichen Behandlung chronischer Nackenschmerzen signifikant überlegen. Der schmerzlindernde Effekt war auch sechs Monate nach Therapieende noch messbar. (rb)

[20.11.2015, 15:23:33]
Dr. Fritz Gorzny 
Ursachenforschung ist wichtig
Die häufigste Ursache für Nackenschmerzen dürfte eine falsche Sitzposition bzw eine falsche Position des Arbeitsbildschirm sein. Zwar gibt es Richtlinien für den Bildschirmarbeitsplatz seitens der Ophthalmologie als auch der Arbeitsmedizin, Fakt ist, daß nach meinen Beobachtungen, sicher jeder zweite Bildschirm wesentlich zu hoch positioniert ist, sodaß die Betroffenen gezwungen sind den Nacken zu überstrecken um in eine günstige Lesepositon zu kommen. Bildschirmarbeit ist Lesearbeit und beim Lesen müssen wir den Blick senken die Augen konvergieren und Innenrotieren. Das gelingt bestenfalls am Laptop nicht aber am in Gesichtshöhe vertikal aufgestellten meist auch zu groß dimensionierten Bildschirm. Besonders übel dran sind Träger von Multifokalgläsern, die ja den zu kleinen Zwischenteil oder sogar den untersten Brillenanteil nutzen müssen um ein klares Bild in der Nähe zu haben. Wer unter solchen Bedingungen täglich bis zu 8 Stunden arbeiten muß- und das sind Millionen Menschen- darf sich nicht wundern , wenn er abends einen verspannten Nacken mit chronischen Kopfschmerzen hat, beides "Volkskankenheiten " mit hohem Krankenstand und enormen Folgekostenosten.
Deshalb sollte bei diesen Schmerzsyndromen immmer nach den Arbeitsbedingungen und nach der optimalen Brillenkorrektion gefahndet werden.Eine ergonomisch richtiger Arbeitsplatz und eine geeignete Arbeitsplatzbrille sind eine sinnvolle Dauerlösung des Problems
Dr. Fritz Gorzny , Augenarzt Koblenz zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »