Ärzte Zeitung, 21.06.2005

Arthrose im Sprunggelenk - da hilft eine neue Prothese

Implantat ermöglicht eine fast normale Beweglichkeit

HANNOVER (grue). Herkömmliche Sprunggelenks-Prothesen können sich lockern und Schmerzen verursachen. Ein Fußchirurg aus Basel hat in mehrjähriger Forschungsarbeit ein neues Implantat entwickelt und es jetzt erstmals in Deutschland vorgestellt.

Die Prothese Hintegra® vom Unternehmen Intraplant ersetzt das obere Sprunggelenk bei Patienten mit schwerer Arthrose oder Arthritis. Entwickelt wurde das anatomisch geformte Drei-Komponenten-Gelenk von Professor Beat Hintermann aus Basel, der bei einem Workshop in der Henriettenstiftung Hannover auch das OP-Verfahren demonstrierte.

Für den Eingriff muß nur wenig Knochenmasse vom Schien- und Sprungbein entfernt werden, um die Prothese passgenau und zementfrei einsetzen zu können. Die Tibia- und Taluskomponenten zum Ersatz der Oberflächen gibt es in verschiedenen Größen, und auch der zentrale Gleitkern kann je nach Talusgröße variabel gewählt werden. "Der Patient erreicht damit eine fast normale Beweglichkeit", so Professor Philipp Lobenhoffer aus Hannover. Implantat-Lockerungen und vorzeitiger Verschleiß durch Abrieb seien selten.

Das belegen auch die Ergebnisse der ersten 122 in Basel operierten Sprunggelenke, von denen nach im Mittel 19 Monaten alle Implantate bis auf eine Taluskomponente radiologisch stabil waren. 84 Prozent der Patienten waren mit dem Ergebnis sehr und weitere 13 Prozent mäßig zufrieden. Nur acht Sprunggelenke mußten ausgetauscht werden, davon vier wegen primärer Lockerung. Der Anteil der komplett schmerzfreien Patienten stieg von 53 Prozent im ersten Jahr auf 69 Prozent im zweiten Jahr und auf 72 Prozent im dritten Jahr.

Die neue Prothese sei besonders für jüngere Patienten mit posttraumatischer Sprunggelenks-Arthrose eine gute Alternative zur Gelenkversteifung, sagte Lobenhoffer. Eines Tages solle die Prothese auch bei primärer Arthrose helfen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »