Ärzte Zeitung, 11.07.2006

Neuer Leitfaden vereinfacht Therapie bei Arthrosepatienten

D-Glucosamin ergänzt die medikamentöse Behandlung / Medikamenten-Verbrauch wird reduziert / Gelenkspaltverschmälerung wird gebremst

AMSTERDAM (gvg). Eine Therapie mit D-Glucosaminsulfat kann bei Kniearthrose in fast allen Stadien Linderung verschaffen. Ein Behandlungsleitfaden, der auch diese langsam wirksame Substanz enthält, ist beim Europäischen Rheumatologen-Kongreß in Amsterdam vorgestellt worden.

MRT seitlich vom Knie: Arthrose mit Knochenödem (hell) und Gelenkerguß (weiß). Foto: Prof. Thomas Link, San Francisco

Das neue Schema wurde von Arthrose-Experten um den Orthopäden Professor Josef Zacher vom Helios-Klinikum Berlin-Buch mit Unterstützung des Unternehmens Opfermann Arzneimittel erstellt. Das Schema ist Teil eines ausführlichen Therapie-Leitfadens, der die medikamentösen, physikalischen und operativen Behandlungsstrategien abdeckt. Der Leitfaden soll voraussichtlich zum Orthopäden-Kongreß im Oktober in Buchform auf den Markt kommen.

Nicht-medikamentöse Therapien wie Krankengymnastik, Gehhilfen und Akupunktur werden für alle Stadien der Arthrose empfohlen. Bei zunehmenden Schmerzen sind zunächst schwach wirksame Analgetika wie Paracetamol indiziert. Nehmen die Schmerzen zu, sollen selektive und nicht-selektive nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR), zunächst niedrig, dann hoch dosiert verabreicht werden. Als ultima ratio folgen Opioide und dann der Gelenkersatz.

"Es kann aber keine Therapieoption sein, Arthrose-Patienten über Jahre mit NSAR zu behandeln", sagte Professor Jürgen Heisel von den Fachkliniken Hohenurach. Stattdessen könnten parallel zur medikamentösen Therapie auch langsam wirksame Arthrose-Präparate, etwa oral applizierbares D-Glucosaminsulfat angewandt werden, um den Medikamentenverbrauch zu drosseln. Auch operative Verfahren wie Umstellungsosteotomien stehen zur Verfügung.

"Nur im Endstadium der Arthrose machen langsam wirksame Präparate wenig Sinn", so Zacher. Nach Angaben von Heisel ist in Studien nachgewiesen worden, daß mit D-Glucosamin (vom Unternehmen als Dona® 200-S angeboten) Gelenkspaltverschmälerung gebremst werden kann. Außerdem besserten sich subjektive Beschwerden.

"Kennzeichnend für Glucosamine verglichen mit Analgetika ist der langsamere Wirkungseintritt", so Heisel. Die Wirkung halte dafür aber länger an. Um Erfolg zu haben, müsse die Behandlung konsequent über mindestens drei Monate durchgehalten werden. D-Glucosamin gibt es rezeptfrei in der Apotheke.

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