Ärzte Zeitung, 15.11.2006

Metaanalyse bestätigt Wirksamkeit von Hyaluronsäure

Vergleich von Hyaluronsäure-Injektionen mit Steroid-Injektionen und NSAR-Therapie bei Gonarthrose / Analgetika können reduziert werden

BERLIN (ner). Bei mittel- bis hochgradigem Gelenkverschleiß im Knie kann mit drei intraartikulären Hyaluronsäure-Injektionen oft über Monate eine Symptom- und Funktionsverbesserung erzielt werden. Das ergibt eine aktuelle Metaanalyse, aber auch eigene Erfahrungen, so der Orthopäde Dr. Gunter Frenzel aus Berlin.

Frenzel hat Hyaluronsäure bereits bei mehr als 800 Gonarthrose-Patienten angewendet. Nach seiner Erfahrung könne man mehr als 90 Prozent der Betroffenen mit insgesamt drei intraartikulären Injektionen mit Hylan G-F 20 (Synvisc®) im Wochenabstand helfen. Das berichtete Frenzel beim Orthopädenkongreß in Berlin. Die schmerzlindernde Wirkung halte bei altersentsprechender Belastung neun bis 18 Monate an.

Frenzel verwies bei der Veranstaltung des Unternehmens Genzyme zudem auf eine aktuelle Meta-analyse (The Cochrane Library 2, 2006). Darin waren 76 randomisierte und kontrollierte Studien ausgewertet worden. Verglichen worden war die Effektivität verschiedener Hyaluronsäure-Präparate mit intraartikulären Placebo- oder Kortikoid-Injektionen sowie mit der Therapie mit nichtsteroidalen Antirheumatika.

Im Vergleich zu Placebo erwies sich Hyaluronsäure nach 14 bis 26 Wochen in der Wirksamkeit als überlegen. Besonders Hylan G-F 20 erhöhte die Funktionalität stärker als Kortikoid-Injektionen, so Frenzel. So besserte sich ein vierstufiger Schmerzscore (WOMAC-Likert-Score, Werte von 1 bis 4) in einer 13-Wochen-Studie bei mehr als 200 Patienten unter Laufbelastung: Mit dem Hyaluronsäure-Präparat von 2,1 auf 1,2 und mit Triamzinolon-Injektion von 2,2 auf 1,6. Und im Zeitraum von fünf bis 26 Wochen nach der Injektion erwies sich Hylan G-F 20 als klinisch ähnlich effektiv wie eine NSAR-Dauerbehandlung.

Nach Angaben von Frenzel könne unter der lokalen Hyaluronsäure-Therapie oft die Schmerzmittelmedikation reduziert oder ganz darauf verzichtet werden. Gut geeignet sei die Injektionsbehandlung zudem für Patienten, die eine Operation oder die Versorgung mit einem künstlichen Kniegelenk ablehnen. Die Verträglichkeit sei gut. Bei zwei bis drei Prozent der Patienten träten Gelenkschwellungen auf, die ein bis zwei Wochen anhielten, sagte der Orthopäde. Über diese Erscheinungen sollten die Patienten vorher aufgeklärt werden.

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