Ärzte Zeitung, 25.01.2007

THERAPIE

Akupunktur bei Gonarthrose

Bei Gonarthrose wirkt Akupunktur signifikant besser als eine medikamentöse Therapie. Das hat die gerac (German Acupuncture Trials)-Gonarthrose-Studie mit über 1000 Patienten ergeben:

  • Akupunktur nach TCM (traditionelle chinesische Medizin)-Regeln war bei 53 Prozent der Patienten erfolgreich,
  • Sham-Nadelung bei 51 Prozent,
  • die Standardtherapie bei 29 Prozent der Gonarthrose-Patienten.

In der Studie hatte eine Patientengruppe 10- bis 15-mal eine TCM-Akupunktur erhalten. Gestochen wurde an sieben bis 15 vorgegebenen Punkten. Eine zweite Gruppe erhielt ebenso oft eine Sham-Akupunktur (minimal-invasive Nadelung an Nichtakupunktur-Punkten). Die dritte Gruppe erhielt 23 Wochen lang eine medikamentöse Standardtherapie.

Nach 26 Wochen wurde mit dem WOMAC-Score ermittelt, wie sich Schmerz und Gelenkfunktionen im Vergleich zu Studienbeginn geändert hatten. Als Erfolg galt eine Besserung der Score-Werte um mindestens 36 Prozent.

Akupunktur bei chronischen Gonarthroseschmerzen ist seit Januar 2007 Kassenleistung. Allerdings müssen Kollegen bis zum 1. Januar 2008 eine Zusatz-Weiterbildung Akupunktur und 80-stündige Kurse in psychosomatischer Grundversorgung sowie in der Schmerztherapie nachweisen. In der Übergangszeit dürfen Kollegen auch ohne diese Qualifikationen über EBM abrechnen (30790, 30791) . (eb)

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