Ärzte Zeitung, 15.02.2007

Mit COX-2-Hemmer tritt Wirkung rasch ein

Etoricoxib erreicht Spitzenkonzentration im Blut nach 30 Minuten / Weniger GI-Komplikationen als mit Diclofenac

BERLIN (gvg). Mit welchem Schmerzmedikament sollten Arthrose-Patienten therapiert werden? Bei Patienten, bei denen es auf einen raschen Wirkeintritt bei gleichzeitig guter gastrointestinaler Verträglichkeit ankommt, ist Etoricoxib eine gute Wahl.

Hand einer Patientin mit Arthrose. Sie profitiert vom schnellen Wirkbeginn von Etoricoxib. Foto: slp

"Arthrosepatienten schätzen die Wirksamkeit von Etoricoxib in den ersten vier Stunden nach Einnahme deutlich höher ein als von anderen NSAR. Das belegen Studiendaten", sagte Professor Joachim Grifka aus Bad Abbach. So ergab eine internationale Phase-IV-Studie mit über 500 Arthrosepatienten: Jeder Dritte, der einmal 60 mg pro Tag Etoricoxib eingenommen hatte, beurteilte die Wirksamkeit vier Stunden nach Ersteinnahme als sehr gut oder gut.

Im Kontrollarm der Studie, in dem Diclofenac (dreimal 50 mg) eingesetzt wurde, waren es nur elf Prozent. "Im weiteren Verlauf wurde die Wirksamkeit dann in beiden Gruppen gleich gut eingeschätzt", so Grifka auf einer von MSD unterstützten Veranstaltung. Pharmakologisch lasse sich das gut erklären, sagte Professor Kay Brune von der Universität Erlangen. Denn Etoricoxib (Arcoxia®) werde sehr rasch resorbiert und erreiche seine Spitzenkonzentration im Blutplasma bereits nach einer halben Stunde.

Die Kombination aus raschem Wirkeintritt und guter gastrointestinaler Verträglichkeit mache Etoricoxib zu einem Medikament besonders für ältere Arthrosepatienten. Diese weisen in der Regel ein erhöhtes gastrointestinales Risiko auf, betonte Professor Bernd Simon vom Kreiskrankenhaus Schwetzingen. Die Verträglichkeitsvorteile des Coxibs konnten erneut in der MEDAL-Studie belegt werden.

"Im Beobachtungszeitraum von 36 Monaten traten bei Etoricoxib-Therapie 31 Prozent weniger klinisch relevante Ereignisse im oberen Gastrointestinaltrakt auf als bei Diclofenac-Therapie", so Simon. In absoluten Zahlen traten in der Etoricoxib-Gruppe knapp 0,7 Ereignisse pro einhundert Patientenjahre auf, in der Kontrollgruppe war es ein Ereignis pro einhundert Patientenjahre.

STICHWORT

MEDAL-Studie

Akronym: MEDAL (Multinational Etoricoxib and Diclofenac Arthritis Long-Term)

Studie: prospektiv, randomisiert-kontrolliert; Ziel war es, die Nichtunterlegenheit von Etoricoxib im Vergleich zu Diclofenac zu belegen; primärer Studienendpunkt: kardiovaskuläre Sicherheit

Methode: Analyse der Daten von 34 701 Patienten mit Arthrose und Rheumatoider Arthritis; Patienten wurden mit 60 mg oder 90 mg Etoricoxib täglich oder mit 150 mg Diclofenac täglich behandelt.

Ergebnis: Mit Etoricoxib gab es 320 thrombotische kardiovaskuläre Ereignisse, mit Diclofenac 323. Unerwünschte Wirkungen im oberen GI-Trakt (Ulzera, Blutungen) waren in der Diclofenac-Gruppe häufiger.

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