Ärzte Zeitung, 16.07.2007

Wirksamkeit von Etoricoxib bei Arthrose in Meta-Analyse bestätigt

Coxib ist Standard-NSAR überlegen / Viele Patienten sind mit NSAR unzufrieden

BARCELONA (gvg). Eine große Meta-Analyse liefert Hinweise für die hohe Effektivität einer Etoricoxib-Behandlung bei Arthrose-Patienten. Im Vergleich zu Ibuprofen war der selektive COX-2-Hemmer auch in niedriger Dosis überlegen.

Rechte Hand einer Patientin mit Polyarthrose und Heberdenschen Knötchen an den Fingerendgelenken. Foto: slp

Ausgewertet wurden acht randomisiert-kontrollierte Studien der Phasen IIb und III. In ihnen waren insgesamt über 2000 Arthrose-Patienten mit 30 oder 60 mg Etoricoxib behandelt worden. Primärer Endpunkt waren zum einen der Schmerz und zum anderen die Gelenkfunktion - jeweils angegeben auf einer visuellen Analogskala (VAS) von 0 bis 100. Die Ergebnisse wurden beim EULAR-Kongress in Barcelona vorgestellt.

Eine Behandlung mit 60 mg Etoricoxib (Arcoxia®) minderte die auf der VAS angegebene Schmerzintensität in den acht Studien - von unterschiedlichen Werten ausgehend - im Mittel um 30 Punkte. Bei der Behandlung mit 2400 mg Ibuprofen pro Tag waren es nur 23 Punkte. Ähnliche Resultate gab es bei der Gelenkfunktion: minus 26 Punkte mit dem Coxib und minus 20 Punkte mit Ibuprofen. Auch bei Therapie mit 30 mg Etoricoxib schnitten die Patienten bei allen untersuchten Parametern besser ab als jene mit Ibuprofen. Für die 60-mg-Dosis blieb der positive Effekt auch nach 52 Wochen Therapie fast unverändert.

"Viele Arthrose-Patienten fühlen sich mit Standard-NSAR nicht optimal behandelt", sagte Professor Josef Zacher vom Helios-Klinikum Berlin-Buch. In mehreren deutschen und europäischen Umfragen zeige sich immer wieder: Ein Viertel bis zur Hälfte der Patienten sind mit der Therapie unzufrieden, so Zacher bei der von MSD unterstützten Veranstaltung. Er empfahl, die Behandlungsergebnisse genau zu überprüfen und wenn nötig das Präparat zu wechseln, um eine höhere Effektivität zu erreichen.

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