Ärzte Zeitung online, 27.10.2008

Innovationspreis für neuartiges Konzept "Femur First" bei Hüftgelenksersatz

REGENSBURG (eb). Am 23. Oktober wurden Klinikdirekor Professor Joachim Grifka, Privatdozent Thomas Kalteis und Dr. Tobias Renkawitz von der Orthopädischen Universitätsklinik Regensburg für die Entwicklung der neuartigen Op-Methode "Femur First" beim Hüftgelenkersatz prämiert.

Prämiert wurden die Orthopäden auf dem Innovationsforum Medizintechnik vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Für die weitere Finanzierung der Projektarbeit erhält das Team 420 000 Euro.

Kalteis und Renkawitz entwickelten in Regensburg in Zusammenarbeit mit BrainLAB mit Sitz in Feldkirchen computergestützte Navigationssysteme für den Hüftgelenkersatz, die dem Operateur während der Operation präzise Informationen über die Lage der Hüftgelenksprothese liefern. Das ausgezeichnete, neuartige Konzept der Regensburger Forscher wird dabei zukünftig eine noch präzisere Positionierung der Implantate gewährleisten.

Bei der navigationsgestützten Operation nach dem "Femur First"-Prinzip wird der herkömmliche Operationsablauf quasi umgekehrt: Der orthopädische Chirurg beginnt mit dem Einsetzen des künstlichen Hüftschaftes in den Oberschenkelknochen (Femur) und implantiert danach in angepasster Position die künstliche Hüftpfanne. Das Navigationssystem berücksichtigt dabei die individuelle Patientenanatomie des Patienten und berechnet daraus während der Operation eine optimierte Beweglichkeit und Funktionalität des künstlichen Gelenks. Grifka ist überzeugt: "Moderne, computerunterstütze Operationsverfahren dürfen kein Luxus sein. Sie erhöhen den Erfolg bei Operationen, vermindern die Belastung von Patienten und verkürzen Behandlungszeiten. Mit diesem Projekt werden wir die Resultate nach Einsatz eines künstlichen Hüftgelenkes noch weiter verbessern können".

In Deutschland erhalten jährlich über 180 000 Menschen ein künstliches Hüftgelenk.

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