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Ärzte Zeitung, 12.01.2005

Neue Verfahren sollen Hüftersatz voranbringen

Carbonfasergerüst imitiert Knochenstruktur / Kombination von Prothetik und Biomaterialien ist vielversprechend

BERLIN (gvg). Um die Haltbarkeit von Hüftgelenks-Endoprothesen weiter zu verbessern, entwickeln Hüftexperten immer neue Verfahren, die den Gelenkersatz optimieren sollen. Langzeiterfolge lassen sich dabei aber nur eingeschränkt vorhersagen.

Große Hoffnungen setzt Privatdozent Carsten Perka vom Zentrum für Muskuloskelettale Chirurgie der Charité Berlin auf Hüftgelenkspfannen, die knochenseitig mit einem Carbonfasergerüst versehen sind, das mit Tantal beschichtet wurde.

"Im Elektronenmikroskop sieht das aus wie normaler Knochen", so Perka auf einer Veranstaltung des Bundesverbands Medizintechnologie in Berlin. Der echte Knochen fühlt sich seinem Carbongegenüber offensichtlich genauso verbunden: Er wächst innerhalb weniger Wochen tief in das Gerüst ein und verankert die Pfanne so am Hüftknochen.

Ebenfalls für vielversprechend hält Perka die Verbindung von Prothetik und Biomaterialien. So könne zum Beispiel bei einer Pseudarthrose die Erfolgschance einer Osteosynthese durch das Aufbringen eines allogenen Periostzelltransplantats erhöht werden. Um das Verfahren in größerem Stil in der Endoprothetik einzusetzen, seien allerdings mehr Transplantate in besserer Qualität erforderlich, als sie heute oft erhältlich seien.

      Klassische Systeme halten über zehn Jahre.
   

Perka ist sich freilich auch des Problems bewußt, das alle Neuerungen in der Hüftendoprothetik haben: "Wir sind mit den seit langem erprobten Systemen einfach schon sehr gut", so Perka. Rund 95 Prozent der traditionellen Hüftimplantate aus Metall hielten zehn Jahre und länger.

Sollen weitere Verbesserungen statistisch einwandfrei nachgewiesen werden, bedarf es Langzeitstudien mit Tausenden von Patienten, die in der Praxis kaum realisierbar sind. Denn: "Was zählt ist nicht das Ergebnis nach 17 Tagen, sondern nach 17 Jahren", wie Perka betonte.

Um noch besser zu werden, müßten dennoch weiterhin neue Verfahren erprobt und gut evaluiert werden. Das wichtigste dabei sei, die Patienten auch über mögliche Probleme aufzuklären und sie nicht zu den Neuerungen zu überreden, so Perka in Berlin.

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