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Ärzte Zeitung, 11.02.2005

Knochen-Knorpel-Zylinder ersetzen defekten Knorpel

Gelenk ist nach zwei Monaten meist voll belastbar

HANNOVER (grue). Kleinere Knorpelschäden des Kniegelenkes können durch eine autologe Knochen-Knorpel-Transplantation behoben werden, für größere Defekte bietet sich gezüchtetes Knorpelzellgewebe an.

Beim Cartilage-Regenerations-System wird mit einer Kollagenmatrix ein Knorpeldefekt auf der medialen Femurkondyle abgedeckt. Dazu genügt ein minimal-invasiver Eingriff. Foto: Ars Arthro

Zur Abdeckung oberflächlicher Knorpelschäden im Knie- oder Sprunggelenk bis zu einer Größe von etwa vier Quadratzentimetern wird seit einigen Jahren das OATS (Osteochondrales Autograft Transplantations System) angewendet. Es handelt sich dabei um eine autologe Gelenkflächentransplantation, bei der die ausgebohrte Defektstelle mit einem knochen- und knorpelhaltigen Zylinder aus einem gesunden und wenig belasteten Gelenkanteil versorgt wird.

Wie Privatdozent Dr. Oliver Rühmann aus Hannover bei einer orthopädischen Tagung erläutert hat, werden mitunter auch mehrere Zylinder verpflanzt, jeder mit einem maximalen Durchmesser von 1,5 cm. Eine solche Mosaikplastik sorgt für kongruente Gelenkflächen.

"Das Transplantat ist nach zwei Monaten meist voll belastbar", so Rühmann bei der Veranstaltung in Hannover. Das Verfahren sei einfach und kostengünstig und erfordere nur eine Arthroskopie. Langfristig würden damit überwiegend gute Ergebnisse erzielt.

Als Alternative für größere Defekte kommt die Übertragung eines gezüchteten Knorpelzellgewebes in Frage. Auf der vom Unternehmen Ars Arthro unterstützten Veranstaltung konnten Orthopäden den Umgang mit dem CaReS® (Cartilage-Regenerations-System) üben. Bei diesem Verfahren werden patienteneigene Knorpelzellen innerhalb von 14 Tagen in einem Kollagen-Gel vermehrt.

Das fertige Gewebe wird zugeschnitten und auf den Knorpeldefekt geklebt. Dazu ist nur ein minimal-invasiver Eingriff nötig. An der orthopädischen Klinik Aachen wurden bisher 63 Patienten so behandelt, berichtete Privatdozent Dr. Uwe Schneider aus Aachen. Die Ergebnisse über eine Nachbeobachtungszeit von bis zu zwei Jahren seien gut, und die Patienten hätten sich schneller erholt als nach einer klassischen autologen Chondrozyten-Transplantation.

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