Rheuma

Sammeln Sie CME-Punkte - 30 Tage kostenlos mit e.Med
Modul: Reaktive Arthritis: Pathogenese – Diagnose – Therapie

Weitere Module zu anderen Themen auf der Startseite unserer Sommerakademie
Ärzte Zeitung, 05.02.2009

Bei Klinodaktylie ist Therapie nicht unbedingt nötig

Korrektur-Osteotomie nur bei sehr starken Achsabweichungen / Am häufigsten sind die Kleinfinger betroffen

NEUMARKT (ner). Kleinkinder mit schief gewachsenen Fingern müssen nicht unbedingt behandelt werden. Vor allem dann nicht, wenn die Greiffunktion der Hand unbeeinträchtigt ist.

Klinodaktylie des kleinen Fingers der rechten Hand bei einem vierjährigen Jungen.

Foto: A. Schuh / W. Hönle, Neumarkt

In der Klinik für Orthopädische Chirurgie in Neumarkt war ein vierjähriger Junge mit Achsabweichungen beider Kleinfinger vorgestellt worden, berichten Privatdozent Alexander Schuh und Dr. Wolfgang Hönle. Bei der Radialdeviation der Fingerendglieder handelte es sich um eine Klinodaktylie. Der Junge hatte keinerlei Beschwerden und konnte mit den Händen gut greifen. Obwohl keine zwingende Behandlungsindikation bestand, wurde auf Wunsch der Eltern ein Therapieversuch mit Orthesen auf beiden Seiten begonnen (MMW 23, 2008, 5). Die Klinodaktylie ist eine Abweichung der Fingerachse nach radial oder ulnar oder der Zehenachse nach tibial oder fibular. Sie kommt oft bei Syndromen vor, etwa bei Arthrogrypose, multiplen kongenitalen Gelenkkontrakturen, die meist symmetrisch auftreten, oder bei chromosomalen Anomalien. Meistens sind bei Klinodaktylie die Kleinfinger betroffen, oft aber auch triphalangeale Daumen.

Bei starken Achsabweichungen wird eine Korrektur-Osteotomie vorgenommen, gegebenenfalls überzählige Phalanxen werden entfernt. Abgegrenzt werden muss die Klinodaktylie von der Kamptodaktylie, einer Flexionsfehlstellung und Kontraktur eines Fingers, die zusammen mit anderen Fehlbildungen autosomal-dominant vererbt wird.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Werden europäische Männer immer unfruchtbarer?

Männern haben immer weniger Spermien. Direkte Rückschlüsse auf Fruchtbarkeit erlaubt das nicht – es könnte aber nur die Spitze eines Eisbergs gesundheitlicher Probleme sein. mehr »

Psychotherapie soll künftig Unifach werden

Ein einheitliches Berufsbild, Studium an der Uni. Die Psychotherapeutenausbildung steht vor umwälzenden Veränderungen. Kritiker vermissen beim Entwurf aber Konkretes zum Thema Weiterbildung. mehr »

Ist die menschliche Entwicklung am Ende?

Über Hunderttausende von Jahren ist der Mensch zu dem geworden, was er heute ist. Und nun? Ein Grimme-Preisträger fragt sich, ob Unsterblichkeit erstrebenswert ist und wohin uns die Evolution führen wird - oder kann der Mensch sie austricksen? mehr »