Ärzte Zeitung online, 24.09.2008

Forscher entwickeln Knochenersatz aus Kunststoff, den Bakterien herstellen

LEIPZIG (dpa). Bioimplantate als Ersatz für fehlende Knochen - diese Lösung soll künftig eine Alternative zu den bisher verwendeten Metallimplantaten sein. Hergestellt würden die natürlichen Ersatzteile aus Kunststoffen, die von Bakterien produziert werden, teilte das Translationszentrum für Regenerative Medizin (TRM) Leipzig am Dienstag mit.

"Das neue Material erlaubt nicht nur den tragenden und passgenauen Ersatz für fehlende Knochen, sondern ist gleichzeitig ein Klettergerüst für neue Zellen", beschreibt der Physiker Dr. Sven Henning sein Forschungsvorhaben, das vom TRM unterstützt wird.

Das Material könne zudem gut bearbeitet werden und damit die nötige Elastizität und Oberflächengestaltung erhalten, sagte der Wissenschaftler. Somit werde der natürliche Knochen sehr genau nachgeahmt und das Risiko von Abstoßung und Unverträglichkeit sinke deutlich.

Erste Versuche seien vielversprechend gewesen, hieß es. "Im Labor haben Knochenzellen kleine Implantatproben besiedelt und mit der Produktion von Kollagen, einem Grundbaustoff des natürlichen Knochens, begonnen", teilte Henning mit. Im nächsten Schritt seien nun vorklinische Studien geplant. Sind diese und spätere Tests beim Menschen erfolgreich, könne in fünf bis acht Jahren mit ersten Bioimplantaten für Patienten gerechnet werden.

Lesen Sie auch:
Künstliche Knochen - neues Verfahren für bessere Implantate
Mit maßgeschneiderten Plastiken werden Schädeldefekte gut versorgt

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »