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Ärzte Zeitung online, 16.03.2009

Intelligenter Nagel lässt kurze Beine wachsen

JENA (eb). Mit einem neuen Verfahren lassen Unfallchirurgen vom Uniklinikum Jena kurze Beine wachsen. Statt eines schmerzhaften Fixateur externe verwenden sie allerdings einen Nagel im Knochenmark - der ist nicht nur unsichtbar und schmerzarm. Er dehnt sich auch von alleine.

Intelligenter Nagel lässt kurze Beine wachsen

Privatdozent Thomas Mückley (links) und Professor Gunther Hofmann (rechts) präsentieren den Marknagel.

Foto: Schröder, UKJ

Auch für das neue Verfahren wird der zu kurze Knochen durchtrennt, sodass sich in dem Spalt neues Knochengewebe bildet. Aber statt eines sperrigen Fixateur externe, verwenden die Jenaer einen intelligenten Marknagel. Statt großer Narben sind nur kleine Schnitte nötig, um den Marknagel in den Knochen einzusetzen.

"Durch einen inneren Verlängerungsmechanismus dehnt sich der Nagel nach genauen Vorgaben immer weiter aus und sorgt so für einen ständigen Längengewinn für den operativ durchtrennten Knochen", erläutert der Oberarzt Privatdozent Thomas Mückley den Mechanismus. Für die Dehnung nutzt der Nagel die Zugkräfte, die bei sämtlichen Alltagsbewegungen auftreten. Damit kann pro Tag ein Millimeter neuer Knochen gewonnen werden - vom Patienten quasi unbemerkt.

Millimetergenau kann der neue Nagel der zweiten Generation eingestellt werden, der am Uniklinikum Jena etwa zehnmal im Jahr implantiert wird. Die Hälfte der Patienten sind Unfallopfer. Dank des modernen Operationsverfahrens verhilft ihnen der Verlängerungsnagel nach einem minimal invasiven, nur zweistündigen Eingriff oft wieder zu einer völligen Bewegungsfreiheit.

Nach etwa zwei Jahren ist das neue Knochengewebe stabil verknöchert und der Nagel wird wieder entfernt. "Ein Vorteil des Verfahrens besteht darin, dass es nach einiger Zeit auch wiederholt werden kann, wenn die Verkürzung mehr als die zu erreichenden acht Zentimeter beträgt", sagt Professor Gunther Hofmann, Direktor der Klinik. Er hofft, dass jetzt mehr Betroffene als bisher von dem neuen Verfahren profitieren können, denn "seit diesem Jahr wird diese Beinverlängerung auch von den Kassen übernommen". Das eröffne viele neue Möglichkeiten für Patienten, die seit Jahren mit einer Beinverkürzung leben.

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