Ärzte Zeitung online, 05.08.2010

Der Ärger um Arjen Robben hält an

MÜNCHEN (dpa). Über die Umstände der Verletzung von Arjen Robben wird beim FC Bayern weiter gerätselt. Eine Meldung aus den Niederlanden sorgte für weiteren Ärger bei den Münchnern.

Neuer Vertrag für Thomas Müller, neue Chance für Mario Gomez - und neue Verwirrung in der "Causa" Arjen Robben. Während die Münchner in der brisanten Personalie um den verletzten niederländischen WM-Star über weitere Schritte berieten, dürften die aus Robbens Heimat übermittelten Aussagen den Ärger beim FC Bayern noch einmal verstärkt haben. Denn in den Niederlanden sprach der behandelnde Physiotherapeut Dick van Toorn in der Tageszeitung "Algemeen Dagblad" davon, dass er glaube, Robben könne spielen. "Am Sonntag schrieb Arjen mir eine SMS, dass er fit sei und keinen Schmerz fühle."

Das scheint eine mutige Ferndiagnose, denn Robben ließ sich in München gründlich durchchecken und dabei wurde - auch ohne Schmerzen beim Profi - der Muskelriss im linken Oberschenkel festgestellt. Zwei Monate Pause für den Spieler und jede Menge Gesprächsbedarf zwischen dem niederländischen Verband und dem Fußball-Rekordmeister, dem Robbens WM-Mitbringsel sportlich und finanziell teuer zu stehen kommt. "Wir müssen intern diskutieren, was der beste Weg ist", sagte Sportdirektor Christian Nerlinger, der hingegen bei der vorzeitigen Vertragsverlängerung mit WM-Torschützenkönig Thomas Müller "auf einem ganz guten Weg" ist. Unterschrieben sei noch nichts. Aber bald könnte der 20-Jährige seinen bis 2013 laufenden Vertrag bis 2015 verlängern.

Robben fällt mindestens acht Wochen aus

Auch Robbens Mitspieler waren getroffen vom Ausfall des Turbo- Mannes, der mindestens acht Wochen pausieren muss und sowohl beim Start in die Bundesliga, als auch beim Auftakt der Champions League fehlt. "Schockierend, vor allem weil er ja die WM noch gespielt hat. Man hat ihm nicht angemerkt, dass er ein fünf Zentimeter langes Loch im Muskel hat", sagte Gomez. "Das ist sehr, sehr bitter. Er war ja bei uns fast schon auf dem Trainingsplatz und hat sich dann noch mal durchchecken lassen."

Robben muss erst einmal zuschauen, während hinter den Kulissen über Verantwortung, Folgen und weitere Maßnahmen beratschlagt wird. Teamarzt Gert-Jan Goudswaard behauptete, dass die Bayern informiert gewesen wären. Dafür gab es keine Bestätigung von den Münchnern, die für die WM-Folgen doppelt blechen müssen. "Der Spieler wird vom Verein bezahlt", betonte Nerlinger, der Kooperationsbereitschaft vom niederländischen Nationalteam vermisst hatte. Mannschaftsarzt Hans- Wilhelm Müller-Wohlfahrt hatte von einer "erheblichen Verletzung" gesprochen und es "unverantwortlich" gefunden, dass Robben bei der WM gespielt habe und die Verletzung nicht genauer diagnostiziert worden sei.

Thomas Müller erhält Vertrag bis 2015

Gomez kann mit dem verletzten Offensiv-Kollegen fühlen. "Er fühlt sich fit und darf trotzdem nicht", sagte der 25-Jährige. Das sei noch schwieriger als wenn es schmerze. Auch Gomez war in der vergangenen Saison oft fit, aber durfte nicht wie von ihm gewünscht ran. "In der entscheidenden Phase war ich nicht mehr dabei. Das ist, was mich wurmt, das ist, was ich ändern will", sagte der Stürmer, den auch die hohe Ablösesumme belastet hatte. "Aber es beginnt eine neue Saison, der Trainer ist dafür bekannt, dass alle bei Null beginnen, dass jeder in der Vorbereitung zeigen kann, was er drauf hat."

Ivica Olic hat nach einer starken Saison und einer kompletten Vorbereitung wohl zunächst die besten Karten, aber auch Miroslav Klose und Müller kommen nach starken WM-Auftritten mit viel Schwung. Den jungen WM-Star dürfte auch der neue Vertrag beflügeln. Bei einem Kontrakt bis 2015 wäre Müller nicht nur noch teurer für mögliche Interessenten, sondern dürfte sich wohl auch über ein höheres Gehalt freuen.

Aber auch der heftig kritisierte Rekordeinkauf Gomez will sich nicht geschlagen geben. "Ich habe jahrelang davon geträumt, hier zu sein, und alles dafür getan. Das will ich nicht nach einem Jahr wieder aufgeben, weil das erste Jahr nicht perfekt lief", sagte der Ex-Stuttgarter, der sich nach eigenen Angaben nicht mit Wechsel- Spekulationen befasst hat. "Ich habe mir darüber keine Gedanken gemacht, weil mein Ziel klar war, nicht nach einem Jahr bei Bayern München aufzugeben, sondern mich durchzusetzen."

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