Ärzte Zeitung, 03.11.2010

Preis für Forschung zu Versteifungsoperationen

Werden Wirbelsegmente versteift, sind die Eigenschaften der verwendeten körpereigenen Knochenspäne wichtig.

Von Philipp Grätzel von Grätz

BERLIN. Die Versteifung von Wirbelsegmenten ist ein relativ häufiges orthopädisch-chirurgisches Verfahren. Es kommt bei traumatischen Wirbelsäulenverletzungen und bei degenerativen Erkrankungen der Bandscheiben zum Einsatz. Dem Patienten wird ein Knochenspan des Beckenkamms entnommen, der seitlich an den benachbarten Wirbelkörpern in eingefrästen Vertiefungen befestigt wird. Damit wird die jeweilige Bandscheibe knöchern überbrückt. Wächst der Span ein, ist das Segment versteift.

"Bisher gab es eine nicht unerhebliche Zahl von Spanbrüchen, ohne dass klar war, warum", betonte Privatdozent Peter Strohm vom Department Orthopädie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Etwa ein Drittel der Späne sind von dieser Problematik betroffen.

Strohm hat mögliche Ursachen am Großtiermodell und in klinischen Untersuchungen evaluiert. Dabei hat er herausgefunden, dass es vor allem auf das Verhältnis zwischen Spanquerschnitt und Wirbelkörperfläche ankommt. Der Querschnitt sollte dabei mindestens ein Viertel des Wirbelkörperquerschnitts betragen. "Ideal ist im Lendenwirbelbereich ein Verhältnis von 0,24 oder darüber. Dann ist die Wahrscheinlichkeit eines Spanversagens sehr gering. Der Span heilt mit einer 99,9-prozentigen Sicherheit ein", so Strohm.

Probleme entstehen demnach vor allem bei zu kleinen Spänen. Für seine Forschungsarbeiten zu Knochenspänen hat Strohm beim diesjährigen Orthopädenkongress den Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie erhalten.

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