Ärzte Zeitung, 24.09.2012

Bechterew

Ermüdender Schmerz

Viele Patienten, die an Morbus Bechterew erkrankt sind, leiden unter Fatigue. Die Ursache dafür ist offenbar vielmehr der Schmerz statt Angst und Depression, wie britische Forscher nachgewiesen haben.

Von Robert Bublak

Ermüdender Schmerz

Rückenschmerzen: Bei Patienten mit einem Morbus Bechterews ist der Schmerz offenbar stark mit einer begleitenden Fatigue assoziiert.

© K. Dobler / fotolia.com

SWANSEA. Um den Zusammenhang zwischen Morbus Bechterew und Fatigue näher zu ergründen, haben Forscher von der Swansea University in Großbritannien insgesamt 385 Patienten, die an Morbus Bechterew litten, mit einem Fatigue-Questionnaire befragt, dem "Bath Ankylosing Spondylitis Disease Activity Index" (BASDAI).

348 der Befragten sandten den Bogen zurück. Dabei zeigte sich, wie verbreitet die Fatigue war: 171 litten an leichter, 177 an schwerer Fatigue - auf einer Skala von 1 bis 100 lag ihr Wert höher als 50 (Semin Arthritis Rheum 2012).

Ein Drittel der Teilnehmer berichtete, es gebe nichts, was ihre Fatigue lindern könnte. Andere Patienten äußerten, Medikamente, Sport oder Ausruhen würden ihnen helfen.

Als Hauptfaktor waren Schmerzen mit der Fatigue assoziiert, wohingegen beispielsweise Depressionen kaum ins Gewicht fielen. Allerdings erklärten diese Zusammenhänge nur rund 40 Prozent der Variation in den Fatiguegraden.

TNF-alpha-Hemmer reduzieren Schmerz und Fatigue

Als besonders wirksam erwies sich eine Therapie mit TNF-alpha-Hemmern, sowohl was die Fatigue, als auch was die Schmerzen anging.

Im Vergleich zur Zeit vor Beginn dieser Behandlung betrug die Reduktion - wiederum eine 100er-Skala von schmerzfrei (0) bis stärkste Beschwerden (100) zugrunde gelegt - in beiden Parametern gut 14 Punkte.

Eine vergleichbare Minderung war bei Bechterew-Patienten, die keine TNF-alpha-Blocker bekamen, nicht festzustellen.

"Nicht Angst oder Depression, sondern Schmerzen sind am stärksten mit der Fatigue von Bechterew-Patienten assoziiert", schreiben die Autoren der aktuellen britischen Studie in ihrem Resümee.

Um die Fatigue zu bessern, müssten den Maßnahmen zur Senkung der Krankheitsaktivität daher auch ein Schmerzmanagement sowie eine aktive antientzündliche Therapie beigestellt werden.

Quelle: www.springermedizin.de

[25.09.2012, 08:50:41]
Wolfgang Ebinger 
Büro-Hilfsmittel bei MB
Die Liste der Büro-Hilfsmittel für MB-Betroffene ist nicht sehr lang, daher möchte ich an dieser Stelle einmal auf ein REHADAT-Produkt verweisen, das zumindest ein Schritt in die richtige Richtung ist.
Seit einiger Zeit gibt es dort den sog. "DESK-DESK", das ist ein mobiler Aufsatz für alle, die keinen komplett höhenverstellbare Schreibtisch haben. Diese Konstruktion bringt den Benutzer dazu, ab und zu aufzustehen, um Arbeitsvorgänge auf der erhöhten Ebene zu vorzunehmen, z. B. zu telefonieren, Akten durchzusehen oder Schreibarbeiten zu erledigen. Der "Hilfsstehtisch" ist dabei so stabil gebaut, dass sich auch ein MB-Patient komplett darauf abstützen kann.
Wer mehr wissen will, der schaue bei www.rehadat.de oder direkt auf www.desk-desk.de nach. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Gröhes Sonnenschein-Politik

Bei der Eröffnung des Ärztetags weiß sich der Gesundheitsminister bei Partnern. Kritik hat Gröhe nur für den Koalitionspartner übrig und freut sich auf ein Wiedersehen beim Ärztetag 2018. mehr »

Berichte, Videos und Tweets rund um den Deutschen Ärztetag

Begleiten Sie den 120. Deutschen Ärztetag in Freiburg mit uns online. Die "Ärzte Zeitung" berichtet vom 23.-26.5. live und aktuell über alle wichtigen Ereignisse und Debatten. mehr »

"Turbolader einer Zwei-Klassen-Medizin"

Die Einheitsversicherung als Garant für Gerechtigkeit im Versorgungssystem? Aus Sicht von BÄK-Präsident Professor Frank Ulrich Montgomery eine fatale Fehleinschätzung. Die "Ärzte Zeitung" dokumentiert Auszüge aus seiner Ärztetags-Eröffnungsrede. mehr »