Ärzte Zeitung, 16.01.2004

Risedronat schützt auch Männer vor Wirbelbrüchen

Studie mit Osteoporose-Patienten / Mit dem Bisphosphonat 58 Prozent weniger Wirbelfrakturen als ohne die Therapie

BERLIN (grue). Mit dem Bisphosphonat Risedronat können Wirbelfrakturen bei Osteoporose verhindert werden. Das Medikament wirkt bei Männern und bei Frauen.

Die Wirksamkeit von Risedronat (Actonel®) bei Männern mit Osteoporose ist in einer offenen Pilotstudie unter Leitung von Professor Johann Ringe vom Klinikum Leverkusen geprüft worden. Die Ein-Jahres-Ergebnisse hat Ringe bei einer Veranstaltung der Unternehmen Aventis und Procter&Gamble in Berlin vorgestellt.

In die prospektive Studie wurden 280 Männer mit Osteoporose aufgenommen, die zum Teil bereits Wirbelkörperfrakturen hatten. 140 Patienten, davon die Hälfte mit Frakturen, erhielten täglich 5 mg Risedronat plus 1000 mg Kalzium plus 800 I.E. Vitamin D.

70 Männer mit Wirbelfrakturen einer zweiten Gruppe wurden mit täglich einem Mikrogramm Alfacalcidol plus 500 mg Kalzium behandelt. 70 Männern ohne Frakturen bildeten eine dritte Gruppe. Sie bekamen nur Kalzium und Vitamin D. Diese beiden Gruppen galten als Kontrollgruppen, deren Daten gepoolt worden sind.

Wie Ringe berichtete, traten in der Bisphosphonat-Gruppe 58 Prozent weniger Wirbelfrakturen auf als in den Kontrollgruppen. Die Frakturraten lagen bei fünf und zwölf Prozent. "Mit Risedronat kann offenbar das Risiko für Wirbelbrüche bei Männern ähnlich stark reduziert werden wie bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose", sagte Ringe.

Die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule habe nach einem Jahr Risedronat-Therapie um 4,5 Prozent zugenommen im Vergleich zu 0,8 Prozent in den beiden Kontrollgruppen. Auch an Schenkelhals und Hüfte nahm die Knochendichte zu. Im gleichen Zeitraum ließen die Rückenschmerzen unter Bisphosphonat-Therapie signifikant nach.

Männer mit Osteoporose werden im Laufe der Erkrankung wegen des Knochenverlustes kleiner, erinnerte Ringe. Mit Risedronat betrug der Größenverlust im ersten Therapiejahr aber nur einen Millimeter, mit Alfacaldidol oder Vitamin D jedoch fünf Millimeter.

Der Unterschied war signifikant. Ergebnisse zur Langzeitbehandlung Osteoporose-kranker Männer mit Risedronat wird die Auswertung weiterer Studiendaten liefern, sagte Ringe. Die Pilotstudie aus Leverkusen lief für insgesamt drei Jahre.

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