Ärzte Zeitung, 21.07.2004

Ja! Sport bremst Knochenabbau bei Frauen

Deutsche Forscher liefern Beweis für den Nutzen von Training nach der Menopause

ERLANGEN (ikr). Was immer vermutet worden ist, daß nämlich Sport den beschleunigten Knochenabbau bei Frauen nach der Menopause bremst, haben jetzt deutsche Forscher belegt. Erfolgreich war ein Mix aus Ausdauer-, Sprung- und Krafttraining.

Krafttraining stärkt Muskulatur und Knochen. Nach der Menopause läßt sich durch Sport der beschleunigte Knochenabbau bremsen. Foto: Kemmler

Bislang wurde Sport zum Knochenschutz bei Frauen in der Postmenopause meist nur kurz getestet und daher oft nur mit wenig Erfolg. Jetzt liegen aber die Ergebnisse einer kontrollierten Langzeitstudie von der Arbeitsgruppe um Dr. Wolfgang Kemmler aus Erlangen vor. Die Kollegen bestätigen, wie wichtig es ist, ältere Frauen für Sport zu gewinnen - auch ein Thema der heutigen Sommerakademie "Osteoporose".

An der Studie nahmen mehr als 80 Frauen in der frühen Postmenopause teil, die eine zu geringe Knochendichte, aber noch keine Osteoporose hatten (Arch Intern Med 164, 2004, 1085). 50 Frauen trainierten 26 Monate lang: Zweimal pro Woche 20 bis 25 Minuten Gehen, Laufen oder Aerobic, danach fünf Minuten Seilspringen und dynamische Sprünge, etwa Sprünge mit geschlossenen Beinen. Dann: 40 Minuten Krafttraining an mehreren Geräten.

Die Frauen wurden angehalten, zusätzlich zweimal pro Woche zuhause ein 20minütiges Training mit isometrischen Übungen und Seilspringen zu machen. 33 Frauen gehörten zur sportlich inaktiven Kontrollgruppe.

Offenbar ist das in der Studie geprüfte Programm ein guter Mix: Die meisten Frauen sind bei der Stange geblieben.

Am Ende der Studie war die Knochendichte an der Lendenwirbelsäule bei den sportlich aktiven Frauen im Mittel um 0,7 Prozent gestiegen, in der Kontrollgruppe hingegen um 2,3 Prozent gesunken. An der Hüfte war es ähnlich.

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