Ärzte Zeitung, 20.10.2004

Für schwache Männerknochen gibt es Hilfe

Wie Frauen mit Osteoporose sollten auch Männer auf regelmäßigen Sport, etwa Krafttraining, und eine ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D (1000 bis 1500 mg Kalzium pro Tag und 400 bis 800 I.E. Vitamin D täglich) achten, empfehlen Experten. Außerdem benötigen sie eine spezifische Therapie zur Fraktur-Prophylaxe, etwa mit einem Bisphosphonat.

Speziell zur Behandlung von Männern mit primärer Osteoporose ist bisher nur ein Medikament zugelassen: das Bisphosphonat Alendronat (Fosamax®). "Dieses Mittel eignet sich nach den Ergebnissen neuer Studien auch zur Behandlung von Männern, bei denen ein Testosteron-Mangel zur Entstehung der Osteoporose beitrug", so Professor Helmut Minne, Direktor der Klinik "Der Fürstenhof" in Bad Pyrmont. Mit einer solchen Therapie werde nicht nur die Knochendichte gesteigert, sondern auch die Frakturrate gesenkt.

Für Patienten, die bereits Knochenbrüche erlitten haben, empfiehlt Minne eine zunächst fünfjährige Behandlung mit Alendronat. Nach Absetzen des Medikaments könne erwartet werden, daß "die Verhältnisse für einen Zeitraum von bis zu fünf Jahren stabil bleiben". Die Knochendichte solle jedoch alle 1,5 bis zwei Jahre kontrolliert werden.

In einer Pilotstudie hat sich außerdem Risedronat (Actonel®) bei Männern mit Osteoporose als wirksam erwiesen. 280 Männer erhielten Risedronat plus Kalzium plus Vitamin D oder Alfacalcidol plus Ca oder nur Ca und Vitamin D. In der Bisphosphonat-Gruppe gab es nach einem Jahr 58 Prozent weniger Wirbelfrakturen als in den Kontrollgruppen.

Eine Zunahme der Knochenmineraldichte bei Männern mit Kortikoid- Osteoporose ist auch für Etidronat (in Deutschland etwa als Didronel® erhältlich) in Studien belegt. Auch das Parathormonfragment Teriparatid (Forsteo®) stärkt Männerknochen nach ersten Studiendaten. Bei Hypogonadismus ist auch eine Testosteron-Substitution sinnvoll. (ikr)

Lesen Sie dazu auch:
Männer mit Osteoporose haben oft Hyperkalzurie

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »