Ärzte Zeitung, 12.11.2004

Strontium schützt besonders Ältere vor Hüftfraktur

Studie bei Frauen mit Osteoporose / Rate der Schenkelhalsfrakturen ab dem 74. Lebensjahr um etwa ein Drittel gesenkt

BERLIN (gvg). Mit Strontiumranelat steht seit kurzem eine neue Therapieoption für die Behandlung von Frauen mit Osteoporose in der Postmenopause zur Verfügung. Auch jenseits des 80. Lebensjahrs werden periphere und vertebrale Frakturen mit dieser Medikation wirksam verhindert.

Strontiumranelat (Protelos®) wirkt wahrscheinlich an zellulären Kalziumrezeptoren. Es stimuliert die Knochenneubildung und hemmt gleichzeitig den Knochenabbau.

"In der Zulassungsstudie war das Risiko für Wirbelkörperfrakturen bei Patientinnen in der Postmenopause mit Osteoporose, die zwei Gramm Strontiumranelat täglich erhielten, nach drei Jahren um 41 Prozent geringer als in der Placebogruppe", sagte Professor Dieter Felsenberg von der Charité in Berlin. Bei den peripheren Frakturen betrug die relative Risikoreduktion mit der neuen Substanz 16 Prozent.

Besonders günstig seien die Resultate mit Strontium, was den Schutz vor peripheren Frakturen bei älteren Frauen betrifft, sagte Felsenberg auf dem Orthopädenkongreß in Berlin. "Bei Frauen ab dem 74. Lebensjahr war die Inzidenz von Schenkelhalsfrakturen nach drei Jahren Strontium-Therapie um 36 Prozent geringer als in der Placebogruppe", so Felsenberg bei dem vom Unternehmen Servier unterstützten Symposium.

Auch bei Frauen über achtzig Jahren sei für das neue Medikament eine klinische Wirksamkeit sowohl für vertebrale als auch für nonvertebrale Frakturen belegt. Für beide Frakturarten lag die Inzidenz bei Behandlung mit zwei Gramm Strontiumranelat täglich in dieser Altersgruppe nach drei Jahren um etwa ein Drittel unter der in der Placebogruppe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBV drücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »

"Auch mit Kind zügig möglich"

Eine Weiterbildung, die auch mit Elternzeit nur sechs Jahre dauert? Das ist möglich, sagt Dr. Sandra Tschürtz. Die angehende Allgemeinmedizinerin steht vor ihrer Facharztprüfung – und blickt auf ihre Zeit in einem Weiterbildungsverbund zurück. mehr »