Ärzte Zeitung, 03.11.2004

Teriparatid nach antiresorptiver Therapie baut Knochen auf

Frauen mit fortschreitender Osteoporose profitieren nach einer Therapie mit Raloxifen von einer Weiterbehandlung mit Parathormon

BERLIN (miz). Frauen mit Osteoporose, bei denen die Krankheit unter einer antiresorptiven Therapie weiter fortschreitet, profitieren von der Behandlung mit einer osteoanabolen Substanz wie Teriparatid. Hiermit kommt es vor allem bei Frauen, die zuvor mit dem selektiven Östrogen-Rezeptor-Modulator Raloxifen behandelt worden sind, zu einem raschen Anstieg der Knochendichte an der Lendenwirbelsäule.

Das hat Dr. Christopher Niedhart aus Aachen beim Deutschen Orthopädenkongreß in Berlin berichtet. Werden Patienten mit Osteoporose gleichzeitig mit einem antiresorptiven Medikament und einem Osteoanabolikum wie Teriparatid (Forsteo®) behandelt, werde dadurch die Wirksamkeit des Osteoanabolikums eher eingeschränkt als ergänzt, wie zwei Studien ergeben haben.

Nacheinander verabreicht, können die beiden Medikamente jedoch besonders Frauen eine Chance bieten, die auf Antiresorptiva nicht oder nicht mehr ausreichend ansprechen. Das ist in der Triple A-Studie (Anabolic After Antiresorptives) deutlich geworden, die Niedhart bei einem Symposium von Lilly in Berlin vorgestellt hat.

In der Studie wurde die Effektivität von Teriparatid bei Frauen mit Osteoporose in der Postmenopause geprüft, die zuvor Raloxifen oder das Bisphosphonat Alendronat erhalten hatten. Zu Beginn der Behandlung waren die Knochen-Umbaumarker bei den mit Alendronat behandelten Frauen erwartungsgemäß stärker supprimiert als bei Raloxifen-Therapie.

Nach einmonatiger Behandlung mit Teriparatid waren die Marker in beiden Gruppen jedoch signifikant gestiegen. Bei den zuvor mit Raloxifen behandelten Frauen erhöhten sich die Knochen-Anbaumarker zunächst signifikant stärker als in der Alendronat-Gruppe, nach einem Monat verringerte sich die Diskrepanz. Die Marker für die Knochenresorption stiegen in beiden Gruppen in ähnlichem Maße an.

Die Knochendichte, gemessen mit dem DXA (Dual Energy X-ray Absorptiometry)-Verfahren, stieg an der Lendenwirbelsäule nach vorheriger Raloxifen-Therapie rascher an als nach vorheriger Behandlung mit Alendronat und lag auch nach 18 Monaten mit einem Zuwachs von knapp elf Prozent höher als in der Alendronat-Gruppe, die jedoch auch ein Plus von immerhin vier Prozent zu verzeichnen hatte.

Am proximalen Femur fanden sich nur geringe Veränderungen zum Ausgangswert: In der Raloxifen-Gruppe fand sich ein leichter, aber noch signifikanter Knochendichtezuwachs von 1,8 Prozent, in der Alendronat-Gruppe veränderte sich der Wert nicht signifikant.

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