Ärzte Zeitung, 01.12.2004

Parathormon und Bisphosphonat ohne Synergie

Osteoporose-Therapie

BERLIN (miz). Bei Frauen mit Osteoporose in der Postmenopause ist es offenbar nicht sinnvoll, eine osteoanabol wirkende Substanz wie das Parathormon Teriparatid mit einer antiresorptiven Substanz wie dem Bisphosphonat Alendronat zu kombinieren. Es gibt keinen synergistischen Effekt. Das hat eine Studie ergeben, in der beide Substanzen kombiniert wurden.

Von der gleichzeitigen Hemmung des Knochenabbaus und der Stimulation des Knochenaufbaus durch die kombinierte Behandlung mit einem Knochenresorptionshemmer und einem Osteoanabolikum wie Teriparatid (Forsteo®) haben sich Osteologen einen stärkeren Zugewinn an Knochenmasse erhofft als mit der Anwendung nur eines dieser Therapieprinzipien. In der Praxis funktioniert dies aber offenbar nicht so, wie Privatdozent Stephan Scharla aus Bad Reichenhall beim Orthopädenkongreß in Berlin berichtet hat.

In einer Studie wurde Teriparatid in Kombination mit Alendronat im Vergleich zu einer Monotherapie mit einer der beiden Substanzen geprüft. An der Lendenwirbelsäule zeigten diejenigen Frauen den größten Anstieg an Knochendichte, die nur Teriparatid erhalten hatten. Er war doppelt so hoch wie der Knochendichtezuwachs mit Alendronat allein. Die Ergebnisse der kombiniert behandelten Gruppe waren ähnlich wie die der Alendronat-Monotherapie.

Auch an peripheren Knochen erwies sich die Kombination nicht als vorteilhaft. Am proximalen Femur nahm die Knochendichte - gemessen mit der DXA-Methode, mit der vor allem die Kortikalisdichte bestimmt wird, - mit Parathormon weniger stark zu als mit Alendronat, sagte Scharla auf einem Symposium von Lilly.

Benutzte man hingegen die qCT (quantitative Computertomographie), die die Volumendichte mißt, wurde am Femur unter Parathormon eine stärkere Knochendichtezunahme errechnet als unter Alendronat. Der Knochen nimmt also unter Parathormon an Volumen zu, wohingegen die Kortikalisdichte leicht abnimmt. Sowohl die Alendronat-Monotherapie als auch die Kombination zeigten eine geringere, nahezu gleiche Volumenzunahme.

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