Ärzte Zeitung, 04.04.2005

Strontium schützt auch Ältere gut vor Hüftfraktur

Mittel mit dualer Wirkweise

WIESBADEN (bib). Bei postmenopausaler Osteoporose gibt es seit kurzem eine neue Therapieoption: Strontiumranelat hebt sich von den bislang verfügbaren Wirkstoffen dadurch ab, daß es sowohl die Knochenresorption hemmt als auch die Knochenneubildung fördert. Nach klinischen Studien hilft es Frakturen zu vermeiden, auch bei sehr alten Patientinnen.

Das in Protelos® enthaltene Strontium - verwendet wird ein stabiles, nicht-radioaktives Isotop - gelangt gebunden an Ranelicsäure in den Organismus und greift in das Knochenremodelling ein.

Wie Professor Franz Jakob aus Würzburg bei einem Symposium von Servier beim Internisten-Kongreß in Wiesbaden berichtete, bremst es die Osteoklastenaktivität und steigert die Proliferation von Prä-Osteoblasten und die Kollagensynthese. Der normale Mineralisationsprozeß bleibt erhalten, die Knochendichte steigt. Entscheidend für die Festigkeit des Knochens sei aber eine Verbesserung seiner Mikroarchitektur, so Professor Dieter Felsenberg aus Berlin.

Klinisch resultiert eine signifikante Verringerung des Frakturrisikos, wie zwei Placebo-kontrollierte Studien belegen. Bei den 1649 Hochrisikopatientinnen in SOTI etwa - alle hatten bereits eine osteoporotische Wirbelfraktur - betrug die relative Risikoreduktion für eine neue Wirbelfraktur nach drei Jahren Therapie im Vergleich zu Placebo 41 Prozent.

Nach Angaben von Professor Ludger Pientka aus Herne wurde das relative Risiko für Hüftfrakturen in TROPOS um 36 Prozent gesenkt. Selbst bei über 80Jährigen ließ sich das Frakturrisiko um etwa 30 Prozent senken. Pientka: "Diese Patientinnen haben im Schnitt noch fünf Jahre vor sich."

Grund genug für eine Therapie, die bis auf "leichte Befindlichkeitsstörungen" und eine gering erhöhte Rate venöser Thromboembolien gut vertragen werde und noch dazu einfach ist: Die Arznei wird in Wasser aufgelöst am besten abends "als Schlummertrunk" eingenommen, empfiehlt Pientka - mindestens zwei Stunden nach der letzten Mahlzeit und wegen der Konkurrenz um die Resorption getrennt von der Basistherapie aus Kalzium und Vitamin D.

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