Ärzte Zeitung, 25.04.2005

Monatstablette wird Therapie bei Osteoporose optimieren

EU-Zulassung des Ibandronat-Präparates im Herbst erwartet / Experten rechnen mit Vorteilen für Compliance und damit für die Therapieergebnisse

FRIEDRICHSRUHE (ts). Für Frauen mit postmenopausaler Osteoporose soll es bald eine neue Therapieoption geben, und zwar eine ganz besondere - die erste monatliche Therapie mit einem oralen Bisphosphonat. Die Substanz heißt Ibandronat, der geplante Handelsname lautet Bonviva®. Erwartet wird die EU-Zulassung im Herbst dieses Jahres. In den USA ist die erste Monatstablette gegen Osteoporose seit wenigen Wochen bereits zugelassen.

Entwickelt und vermarktet wird Ibandronat bei postmenopausaler Osteoporose gemeinsam von den Unternehmen Hoffmann-La Roche und GlaxoSmithKline.

Die monatliche Einnahme-Frequenz von Ibandronat wird durch die hohe antiresorptive Wirkpotenz ermöglicht. Was ist der mögliche Vorteil des monatlichen Therapieintervalles?

Daten mehrerer Untersuchungen hätten einheitlich belegt, daß "größere Therapieintervalle die Abbruchrate verringern und die Compliance erhöhen", so Professor Dieter Felsenberg vom Universitätsklinikum Charité in Berlin.auf einer Veranstaltung der Unternehmen in Friedrichsruhe. Felsenberg weiter: "Optimale Compliance ist der Schlüssel zum Erfolg: Sie erhöht den Knochendichte-Zuwachs und vermindert die Frakturrate."

Ausgehend von der Tatsache, daß eine wöchentliche Bisphosphonat-Therapie einer täglichen bei der Compliance überlegen ist, könnte, so der Radiologe, "eine monatliche Therapie im Vergleich zu einer wöchentlichen die Compliance weiter erhöhen und die Behandlung optimieren".

Daß die monatliche Behandlung mit oral verabreichtem Ibandronat tatsächlich eine gute Behandlungs-Option bei Patientinnen mit postmenopausaler Osteoporose ist, konnte, wie Felsenberg berichtete, auch in einer randomisierten Doppelblind-Studie belegt werden, und zwar in der BONE-Studie (Oral Ibandronate Osteoporosis Vertebral Fracture Trial in North America and Europe; J Bone Miner Res 19, 2004, 1241).

Diese Untersuchung habe, so Felsenberg, ergeben, daß die monatliche Therapie mindestens ebenso wirksam sei wie die tägliche Therapie und daß sich Sicherheit und Verträglichkeit der monatlichen und täglichen Behandlung nicht unterschieden.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

Die neue Statistik der Bundesärztekammer liegt vor. Sie zeigt, wo die meisten Behandlungsfehler passierten und wie die Schlichterstelle meistens entschied. mehr »

Abstimmung über Trumps Gesundheitsreform verschoben

Die Republikaner haben nicht genügend Stimmen für die Abschaffung von "Obamacare" zusammen, verschieben die Abstimmung im Kongress. Trump muss warten - das kann ihm nicht schmecken. Aber das Weiße Haus macht Druck. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »