Ärzte Zeitung, 14.09.2005

Fixkombination vereinfacht Osteoporose-Therapie

Wochentablette mit Alendronat und Vitamin D für Frauen erhältlich / Indikation: Risiko für Vitamin-D-Mangel

HIDDENSEE (djb). Bei Patienten mit Osteoporose sollte nicht nur die Festigkeit der Knochen, sondern möglichst auch die Muskelkraft erhöht werden, damit Stürze vermieden werden. Dies gelingt mit einem neuen Präparat (Fosavance®), in dem das Bisphosphonat Alendronat sowie Vitamin D enthalten sind.

Bei der deutschen Bevölkerung besteht vor allem in den Wintermonaten eine ausgeprägte Unterversorgung mit Vitamin D. Das hat Professor Dieter Felsenberg von der FU Berlin bei der Einführungspressekonferenz zu dem neuen Osteoporose-Medikament betont, zu dem das Unternehmen MSD geladen hatte.

Besonders bei älteren Menschen könne das Angebot an Vitamin D aus den Nahrungsmitteln und die sonnenenergieabhängige Bildung des Vitamins in der Haut den Tagesbedarf häufig nicht decken.

Ein Vitamin-D-Mangel führt jedoch zu einer verminderten Kalzium-Aufnahme aus dem Magen-Darm-Trakt und zu einer vermehrten Freisetzung von Parathormon aus der Nebenschilddrüse. Die Knochenresorption wird verstärkt.

Vitamin-D-Präparate verbessern die Kalzium-Versorgung. Außerdem würden durch neuromuskuläre Effekte an den Vitamin-D-Rezeptoren der Muskulatur Muskelkraft und -koordination verbessert und die Sturzhäufigkeit verringert, so Felsenberg.

Das neue Kombipräparat mit Alendronat und Vitamin D ist für die einmal wöchentliche Behandlung bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose zugelassen, die ein Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben. Eine Tablette enthält 70 mg Alendronat und 2800 IE Vitamin D.

Mit Alendronat ist die Rate der vertebralen und nicht-vertebralen Frakturen bei Osteoporose-Patienten signifikant verringert. Die in dem Kombipräparat enthaltene Vitamin-D-Dosis entspricht der Empfehlung in Leitlinien. Übrigens: Die fixe Kombination wird zum selben Preis wie Alendronat (Fosamax®) angeboten.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »