Ärzte Zeitung, 22.03.2006

Frakturrate schon nach sechs Monaten verringert

Osteoporose-Therapie mit Risedronat ist schnell wirksam

KÖLN (djb). Bei Osteoporose hat vor allem die Hüftfraktur weitreichende gesundheitliche und ökonomische Konsequenzen. Darauf hat jetzt Privatdozent Peyman Hadji aus Marburg beim Osteologie-Kongreß in Köln hingewiesen. Mit dem Bisphosphonat Risedronat ist schon nach sechs Monaten Therapie die Rate der nicht-vertebralen Frakturen signifikant vermindert.

Diese Femurfraktur ist mit
einem Gamma-Nagel gerichtet worden.
Foto: Prof. Klaus M. Peters

Hüftfrakturen gehen bei Osteoporose-Patienten mit hoher Morbidität und Mortalität einher, wie Hadji bei einem von Sanofi-Aventis organisierten Satellitensymposium betont hat. Etwa 20 Prozent der Betroffenen überleben das erste Jahr nach der Fraktur nicht, und 30 bis 40 Prozent sind auch ein Jahr nach der Hüftfraktur nicht in der Lage, alleine zu gehen. Innerhalb des ersten Jahres nach der Fraktur entstehen Kosten bis zu 19 000 Euro pro Patient, wie Modellrechnungen ergeben haben.

Das Bisphosphonat Risedronat vermindert das vertebrale und non-vertebrale Frakturrisiko bei Frauen mit Osteoporose nach der Menopause schon nach sechs Monaten signifikant und nach 12 Monaten um 74 Prozent. Nach Angaben von Hadji existieren vier publizierte Studien mit dem primären Endpunkt proximale Femurfraktur, die belegen, daß sich durch Risedronat (Actonel®) die Rate der Hüftfrakturen verringert.

In der HIP-Studie war während der dreijährigen Risedronat-Behandlung bei Patientinnen mit manifester Osteoporose und vorbestehenden Wirbelkörperfrakturen die Rate der Hüftfrakturen um 60 Prozent reduziert. Drei japanische Studien zur Prävention von Hüftfrakturen bei Patienten mit hohem Sturz- und Frakturrisiko haben die Wirksamkeit von Risedronat bestätigt: Mit 2,5 mg Risedronat täglich über 12 bis 18 Monate war bei älteren Frauen nach Schlaganfall das relative Risiko für Hüftfrakturen um 86 Prozent und bei Männern nach Schlaganfall um 81 Prozent verringert.

Schlaganfall-Patienten haben durch Immobilisation, Sonnenlicht- und damit Vitamin-D-Mangel eine gesteigerte Knochenresorption und durch Gleichgewichtsstörungen ein erhöhtes Sturzrisiko, erklärte Hadji. Insgesamt ist bei ihnen die Gefahr, eine Hüftfraktur zu erleiden, um den Faktor zwei bis vier erhöht. Auch bei Alzheimer-Patientinnen war mit Risedronat nach 18 Monaten das Hüftfrakturrisiko um 74 Prozent vermindert.

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