Ärzte Zeitung, 20.03.2006

Bisphosphonat plus Vitamin D schützt vor Stürzen und Brüchen

Aktualisierte Leitlinie empfiehlt die tägliche Zufuhr von Vitamin D3 bei Osteoporose

KÖLN (djb). Über die Hälfte der Frauen mit Osteoporose nach der Menopause ist mit Vitamin D unterversorgt. Ein Vitamin-D-Mangel begünstigt jedoch Stürze und Frakturen. Daher ist es wichtig, bei Osteoporose-Kranken auf eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D zu achten.

Nur wenige Nahrungsmittel, etwa fetter Fisch, enthalten nennenswerte Mengen an Vitamin D, wie Professor Johann Ringe aus Leverkusen beim Osteologie-Kongreß in Köln berichtet hat.

Für eine ausreichende Bildung von Vitamin D in der Haut ist täglich eine mindestens 30minütige Sonnenlichtexposition von Gesicht und Armen erforderlich. Das jedoch ist in unseren Breiten und vor allem bei Personen über 70 Jahren häufig nicht gewährleistet.

Bei Vitamin-D-Mangel (Plasmaspiegel unter 30 nmol/l) wird nicht genügend Kalzium aus dem Darm resorbiert. Zudem wird vermehrt Parathormon freigesetzt, so Ringe bei einem von MSD unterstützten Symposium. Die Folge: Die Resorption aus dem Knochen nimmt zu und die Knochendichte ab, das Risiko für Frakturen wächst.

Außerdem beeinträchtigen niedrige Vitamin-D-Spiegel neuromuskuläre Funktionen und erhöhen das Sturzrisiko, wie Untersuchungen zu Schwankneigung und Standfestigkeit ergeben haben.

Als Basismaßnahme bei Osteoporose wird in der aktualisierten Leitlinie des Dachverbandes Osteologie (DVO) zur Prophylaxe, Diagnostik und Therapie bei Osteoporose daher jetzt die medikamentöse Zufuhr empfohlen: Sie soll 800 bis 1200 IE Vitamin D 3 täglich betragen, wenn eine mindestens 30minütige Sonnenlichtexposition pro Tag nicht gegeben ist.

Ein Teil des Vitamin-D-Defizits könne durch die einmal wöchentliche orale Behandlung mit dem Präparat Fosavance® abgedeckt werden, erläuterte Ringe. Eine Wochentablette enthält 70 mg des Bisphosphonates Alendronat und 2800 IE Vitamin D. Das Kombipräparat ist seit kurzem in Deutschland für die Osteoporose-Therapie von Frauen in der Postmenopause mit Risiko für einen Vitamin-D-Mangel zugelassen.

Das antiresorptiv wirksame Alendronat erhöht die Knochenmineraldichte und reduziert rasch und signifikant das Risiko für vertebrale und non-vertebrale Frakturen, wie klinische Studien bei Frauen mit Osteoporose nach der Menopause ergeben haben. Die Kombination mit Vitamin D diene zur Prävention von Stürzen, so Ringe.

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