Ärzte Zeitung, 19.09.2006

Frauen profitieren bei Osteoporoseschutz von Monatstablette

Therapie in der Postmenopause / Bisphosphonat-Einnahme alle vier Wochen wird als angenehmer empfunden als die wöchentliche Einnahme

HAMBURG (nke). Bei Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose haben sich Bisphosphonate zur Vorbeugung von Wirbelkörperfrakturen bewährt. Dabei ist es für die Wirksamkeit und Verträglichkeit egal, ob Präparate für die tägliche, wöchentliche oder monatliche Einnahme genommen werden.

Wie bei allen Therapien, die eine längerfristige Einnahme verlangen, sei die Therapietreue ein großes Problem, so Professor Reiner Bartl vom Universitätsklinikum München-Großhadern. Eine Behandlung mit täglicher Bisphosponat-Einnahme würden nach einem Jahr weniger als 30 Prozent der Patientinnen fortführen.

Der wöchentlichen Bisphosphonat-Einnahme blieben etwa 46 Prozent nach einem Jahr treu, wie Bartl bei einer gemeinsamen Pressekonferenz der beiden Unternehmen GlaxoSmithKline und Roche Pharma gesagt hat.

Ein Grund für die schlechte Compliance sei, daß die Betroffenen nicht spürten, wenn die Knochendichte durch die Behandlung zunehme. Die Ärzte müßten daher ihre Patientinnen immer wieder von dem Nutzen der Therapie überzeugen. Bartl: "Patientinnen, die der Bisphosphonattherapie treu bleiben, reduzieren das Risiko einer Hospitalisation wegen Frakturen um 20 bis 30 Prozent."

Eine Möglichkeit, die Compliance zu verbessern, ist zum Beispiel die Verlängerung des Einnahme-Intervalls, wie Dr. Peymann Hadji aus Marburg auf der Veranstaltung gesagt hat. Das Bisphosphonat Ibandronat (Bonviva®) steht als Monatstablette zur Verhinderung von vertebralen Frakturen bei Frauen mit postmenopausaler Osteoporose zur Verfügung.

In zwei Studien erwies sich der monatliche Einnahmemodus verglichen mit der wöchentlichen Einnahme für viele Frauen als vorteilhaft. Nachdem sie die Präparate für jeweils drei Monate eingenommen hatten, meinten etwa drei Viertel der Frauen, die monatliche Einnahme als angenehmer empfunden zu haben, wie Hadji berichtete.

Die monatliche Einnahme sei besser mit dem Alltag und der Lebensführung vereinbar. Es sei auch nicht so schlimm, wenn mal eine Tablette vergessen werde. Hadji: "Wir haben ein Zeitfenster von zwei Wochen zum Nachholen der Einnahme. Außerdem reichen insgesamt zehn Tabletten im Jahr aus."

Weitere Informationen zu Osteoporose bietet etwa der Dachverband Osteologie auf seiner Website unter http://www.dv-osteologie.org/

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