Ärzte Zeitung, 11.10.2006

Parathormon-Fragment erhöht Dichte und Festigkeit des Knochens

Effekte auf den Knochen mit hochauflösender Computertomographie belegt

BERLIN (gvg). Eine Behandlung mit dem Parathormon-Fragment Teriparatid erhöht das Volumen der Knochentrabekel in Wirbelkörpern stärker als die Knochendichte. Dies deutet auf einen zusätzlichen Gewinn an Knochenfestigkeit.

Wirbelfrakturen im Röntgenbild: Die Mikroarchitektur des Knochens ist wichtig für die Festigkeit. Foto: Prof. K. M. Peters

Detaillierte Untersuchungen der Trabekelstruktur der Knochen bei Patienten mit Osteoporose gelingen mit hochauflösender Computertomographie (HRCT). Auf dem Kongreß für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin wurden jetzt neue Ergebnisse der EUROFORS-Studie vorgestellt, in der diese Methode zur Bestimmung der Therapie-Effekte mit Teriparatid (Forsteo®) angewendet wurde. EUROFORS steht für European Forsteo Sequential Trial.

Knochendichte nahm mit Teriparatid um 20 Prozent zu

868 Frauen in der Postmenopause mit Osteoporose erhielten bis zu zwei Jahre lang das Parathormon-Fragment. Etwa zehn Prozent der Patientinnen wurden in Zentren behandelt, die mit HRCT-Geräten ausgerüstet waren. Nach 24monatiger Therapie mit Teriparatid sei bei diesen Frauen die mit der DXA-Methode erfaßte Knochenmineraldichte deutlich gestiegen, sagte Professor Claus Glüer von der Universitätsklinik Kiel.

Und: Die für die Prävention von Frakturen entscheidenden Faktoren Knochensteifigkeit und -festigkeit besserten sich um je ein Drittel. Diese Knocheneigenschaften lassen sich durch Simulationsrechnungen aus dem HRCT-gemessenen Trabekelvolumen bestimmen.

65 Prozent weniger Frakturen der Wirbelkörper

"Wir konnten eine über die bessere Knochendichte hinausgehende Verbesserung der Knochenfestigkeit zeigen. Das sollte sich auch in einer überproportionalen Senkung des Frakturrisikos zeigen", so Glüer bei der von Lilly unterstützten Veranstaltung.

Er betonte, daß dieser Effekt schon nach sechs Monaten nachweisbar sei und sich im Verlauf der zweijährigen Beobachtung intensiviere. So betrug in der Zulassungsstudie die Rate neuer Wirbelfrakturen bei mit Teriparatid behandelten Frauen sechs Prozent. Sie war damit um 65 Prozent geringer als in der Placebo-Gruppe (14 Prozent).

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